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Weltklimakonferenz beginnt mit Appellen: "Menschheit steuert auf Abgrund zu"

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Von Euronews  mit dpa
Vertreterinnen und Vertreter aus 190 Staaten versammeln sich im Badeort Scharm el Scheich.
Vertreterinnen und Vertreter aus 190 Staaten versammeln sich im Badeort Scharm el Scheich.   -   Copyright  Peter Dejong/AP   -  

In Ägypten hat die 27. Weltklimakonferenz begonnen. Zwei Wochen lang beraten Vertreterinnen und Vertreter aus 190 Staaten im Badeort Scharm el Scheich über den Kampf gegen den Klimawandel. Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen.

"Konferenz muss sich um konkretes Handeln drehen"

Der Präsident der COP27, Ägyptens Außenminister Samih Schukri, eröffnete die Konferenz mit einem Appell: "Um die bisher gemachten Zusagen und Verpflichtungen auch effizient umzusetzen brauchen wir eine engagiertere und umfassendere Beteiligung aller relevanten Parteien – der Länder, aber auch der nichtstaatlichen Akteure, also des Privatsektors, dessen Rolle ebenso wichtig ist wie die der Staaten.“

Auch Aktivist:innen aus aller Welt sind zur Konferenz angereist - wie Luisa Neubauer und Florian König von Fridays for Future Deutschland.

Die diesjährige Konferenz sei Teil einer 30 Jahre langen Reise seit Unterzeichnung der Klimarahmenkonvention 1992, sagte Schukri. Aus den zerstörerischen Klimaereignissen in Pakistan, Afrika, Teilen Europas und Amerika müssten Lehren gezogen werden. Mit Blick auf die Klimaverhandlungen sagte Schukri: "Bei Nullsummenspielen wird es keine Gewinner geben."

Zuvor hatte der Präsident der Vorjahreskonferenz COP26 in Glasgow, Alok Sharma, das Amt an Schukri übergeben. "Ich erkenne das Ausmaß der Herausforderung, die noch vor uns liegt, vollständig an", sagte Sharma. Ganze Regionen der Welt seien inzwischen unbewohnbar geworden und der Druck auf viele Menschen, die umsiedeln müssten, sei fast unvorstellbar. "Diese Konferenz muss sich um konkretes Handeln drehen", forderte Sharma.

"Die Menschheit steuert auf einen Abgrund zu, auf eine Erwärmung von über 2,5 Grad, mit verheerenden Auswirkungen auf unser Leben auf dem einzigen Planeten, den wir haben", sagte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock vor Start des Gipfels. Gleichzeitig habe die Welt "alle nötigen Instrumente in der Hand, um die Klimakrise zu begrenzen und auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen".

Vergangene acht Jahre die heißesten überhaupt

Zum Auftakt der Konferenz legte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) alarmierende Zahlen zum Klimawandel vor. Demnach waren die vergangenen acht Jahre die heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Tempo des Meeresspiegel-Anstiegs hat sich seit Anfang der 90er Jahre verdoppelt. Die Alpengletscher schmolzen im letzten Sommer so extrem wie nie zuvor.