In mehr als 3600 Metern Höhe: Vulkan Semeru spuckt glühende Lava

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Von euronews
Der Vulkan Semeru auf der indonesischen Hauptinsel Java
Der Vulkan Semeru auf der indonesischen Hauptinsel Java   -   Copyright  Ranto Kresek/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.

Seit Dezember 2020 speit und brodelt der Semeru auf der indonesischen Insel Java wieder verstärkt, nun ist der Vulkan in der von Naturkatastrophen gebeutelten Region erneut ausgebrochen. Dorfbewohner brachten sich und ihre Angehörigen in Sicherheit.

Indonesiens höchster aktiver Vulkan Semeru auf der am dichtesten besiedelten Insel Java spuckt Gas und Lava. Anhaltender Monsunregen hatte die Kuppel aus erkalteter Lava in 3676 Metern Höhe instabil werden lassen und schließlich zum Einsturz gebracht, so die indonesische Agentur für Katastrophenmanagement. Dies habe letztlich zu diesem jüngsten Ausbruch geführt.

Warnung vor giftiger Aschewolke

"In meinem Dorf regnet es und man kann nichts sehen. Es regnet Vulkanasche", so Heri Susanto, ein Dorfbewohner aus der betroffenen Gegend. "Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll. Hauptsache weg aus dem Dorf und meine Familie in Sicherheit bringen."

Das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenvorbeugung registrierte Anzeichen weiterhin steigender Aktivität und gab am Sonntagmittag die höchste Warnstufe 4 aus. Der Vulkan hatte ab den frühen Morgenstunden mehrfach heiße Asche bis zu 1500 Meter hoch in den Himmel gespien, die dichte Wolke senkte sich in einem sieben Kilometer weiten Radius um den Krater auf die Umgebung ab. 

Über Verletzte oder Schäden war zunächst nichts bekannt. Im Internet veröffentlichte Videos zeigten Einwohner, die mit Blick auf gewaltige Asche- und Rauchwolken am Horizont in Pick-ups und auf Motorrädern das Gebiet verließen.

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Der Vulkan Semeru spuckt Asche, 04.12.2022AP/Copyright 2022 The AP. All rights reserved.

Weitere Aktivität des Vulkans möglich

Das Potenzial weiterer hoher Aschesäulen und pyroklastischer Ströme sei sehr hoch, erklärte die Vulkanologiebehörde. Die Behörden des Inselstaats verhängten eine absolute Sperrzone von 5 Kilometern um den Krater und ein partielles Sperrgebiet von 13 Kilometern Abstand am südöstlichen Hang des Kraters. 

Die Einwohner im Bezirk Lumajang wurden aufgerufen, sich vom Ufer des Flusses Besuk Kobokan fernzuhalten. Dort bestand laut dem örtlichen Katastrophenschutz die Gefahr eines pyroklastischen Stroms - eine bis zu 1000 Grad heiße Lawine aus kleinsten Gesteinsbrocken und Lava, die zusammen mit austretenden Gasen den Hang hinabrast.

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Folgen eines früheren Ausbruchs in Lumajang, 05.12.2022Trisnadi/Copyright 2021 The AP. All rights reserved.

Ausbruch im Dezember 2021

Zuletzt war der Semeru im Dezember 2021 ausgebrochen. 51 Menschen waren damals ums Leben gekommen, abgehender Schlamm verschüttete ganze Dörfer. Viele Hundert Menschen erlitten schwere Brandverletzungen, mehr als 10.000 Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.