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Mehr als ein Remake: Deutscher Oscar-Anwärter "Im Westen nichts Neues"

Darsteller Felix Kammerer und Albrecht Schuch "Im Westen nichts Neues"
Darsteller Felix Kammerer und Albrecht Schuch "Im Westen nichts Neues"   -   Copyright  Foto von Reiner Bajo © Netflix 2022   -  
Von Euronews  mit DPA/Netflix

Erich Maria Remarques Klassiker "Im Westen nichts Neues" kommt in einer deutschen Neuverfilmung in die Kinos. Der vor gut 90 Jahren erschienene Roman gilt bis heute als Mahnmal gegen den Krieg. Und könnte angesichts des aktuellen Krieges in der Ukraine aktueller kaum sein.

Auch Regisseur Edward Berger erzählt Schonungsloses über Horror und Tod aus Sicht eines blutjungen Rekruten - und erweitert den Stoff um eine zusätzliche politische Dimension, die Friedensverhandlungen zwischen Deutschen und Franzosen zum Waffenstillstand im Zug und die Diskussionen der deutschen Diplomaten - unter anderem Daniel Brühl als Matthias Erzberger - untereinander.

Als der Dreh Anfang 2021 begann, dachte niemand an Krieg

Einen ersten Eindruck gab es auf dem Filmfestival in Zürich. Daniel Brühl über die Aktualität des Stoffs: "Es ist wirklich ein Kriegsfilm, und ich würde sagen, ein Antikriegsfilm, der herausragt, der sich die Freiheit genommen hat, diese Geschichte neu zu erzählen, ohne ein Remake des Originalfilms, des Filmklassikers zu sein. Und der sich die Freiheit genommen hat, auch etwas anderes zu erzählen, was nicht im Roman steht. Das wird also etwas Neues für die Zuschauer sein."

Als der Dreh Anfang 2021 begann, dachte niemand an Krieg. Der Film wurde quasi vom Verlauf der Geschehnisse überholt. Umso wichtiger sei der pro-europäische Grundgedanke, der ihn zu diesem Film bewegte, sagt Regisseur Edward Berger. "Wir begannen diesen Film, weil wir das Gefühl hatten, dass sich der nationalistische Diskurs oder die nationalistische Sprache durch den Brexit, durch Johnson, durch Trump, durch Orbán wieder eingeschlichen hatte.

Deutschlands Kandidat im Rennen um den Auslands-Oscar

Und wir hatten das Gefühl, dass es wieder an der Zeit ist, uns daran zu erinnern, dass diese Institution, die uns 70 Jahre lang Frieden beschert hat, die uns geholfen hat, als Nachbarn zusammenzuwachsen, als ein Kontinent, der jahrhundertelang im Konflikt stand, dass sie vielleicht gar nicht so schlecht ist und dass sie es wert sein könnte, erhalten zu werden. "

"Im Westen nichts Neues" ist Deutschlands Kandidat im Rennen um den Auslands-Oscar. Ab sofort im Kino und ab Ende Oktober bei Netflix.