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Von Globalisierung bis Digitalisierung: Das Eurasian Media Forum fördert vorurteilslose Diskussionen

Von Globalisierung bis Digitalisierung: Das Eurasian Media Forum fördert vorurteilslose Diskussionen
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Internationale Politik, Überkonsum, voranschreitende künstliche Intelligenz und die Blogosphäre – das Eurasian Media Forum 2019 in Kasachstan scheute nicht vor großen Fragen zurück. Das dreitägige Forum in Almaty beschäftigte sich mit den aktuellen Hauptproblemen der Medien. Das übergreifende Motto: „The world today: Transforming reality?“ (Die Welt heute: Realität im Wandel?)

Kasachstan ist der ideale Ort, um sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen. Der armenische Präsident Armen Sarkissjan sagte in seiner Rede an das Forum: „Es ist kein Zufall, dass die Idee der wirtschaftlichen Zusammenarbeit erstmals hier [in Kasachstan] aufkam und in der postsowjetischen Zeit in die Realität umgesetzt wurde. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit in Eurasien soll in Zukunft die von uns angestrebte Freundschaft zwischen den Völkern, Kulturen und Zivilisationen fördern.“ Das Forum vereint östliche und westliche Fachleute und hat sich zum Ziel gesetzt, Vorurteile und Stereotype zu beseitigen. Vor diesem Hintergrund sollte diskutiert werden, welche Auswirkungen die immer schnellere Veränderung unserer Welt auf uns alle hat.

Verschwenderischer Konsum nimmt keine Rücksicht auf Landesgrenzen. Die Debatten im Rahmen des Forums beschäftigten sich mit dem Thema, dass die wachsende Weltbevölkerung das Wohlstandsgefälle zwischen entwickelten Ländern und Entwicklungsländern weiter vergrößern wird. Dieses Problem wird zusätzlich von der Energiekrise verschlimmert und obwohl Regierungen grüne, nachhaltige Energie als Lösung erkannt haben, ist der Klimawandel eine Bedrohung, die viele immer noch nicht ernst genug nehmen. Nachhaltigkeit ist auch beim Thema Ernährungssicherung das Schlüsselwort, aber auch hier wird die Weltbevölkerung durch die globale Erwärmung vor Herausforderungen gestellt. Es braucht Lösungen, die nur durch Innovationen und unter fachkundiger Führung gefunden werden können.

„Eines der zentralen Themen dieses Forums ist die neue digitale Realität“, sagte Dauren Abayev, der kasachische Minister für Informationen und soziale Entwicklung, während seiner Eröffnungsrede in Almaty. „Einmischungen in Wahlen und politische Prozesse durch digitale Technologien sollen ebenfalls besprochen werden. […] Die Medienlandschaft soll sich mit diesen und anderen Fragen auseinandersetzen und umfassende Antworten entwickeln.“

Da das Forum in Kasachstan für Medien gedacht ist, fanden die Debatten aus der Perspektive der internationalen Presse statt. Die Medien tragen einen Großteil der Verantwortung dafür, aktuelle Themen faktisch korrekt zu vermitteln und alle Seiten zu Wort kommen zu lassen. Die Transformation zu einer digitalen Welt hat die Art und Weise verändert, wie Menschen Medien verwenden, und hat zur Entstehung zahlloser Kanäle geführt, deren Berichterstattung weder ausgewogen noch faktengeprüft ist. Das Forum ging davon aus, dass qualitative Medienkanäle diese Flut überstehen werden, da es stets einen Bedarf für qualitative Analysen einer vertrauenswürdigen und unabhängigen Presse geben würde.

Die Online-Welt stellt die Menschen jedoch vor völlig neue Herausforderungen. Facebook, Snapchat, Pinterest, YouTube, Instagram, LinkedIn und Twitter dominieren die Landschaft der sozialen Medien. Blogger und Influencer, die mit dem Posten von Fotos und Videos auf Instagram und YouTube Geld verdienen, sind eine neue, ernst zu nehmende Größe und eine neue Möglichkeit für Marken, im Netz zu werben. Die Diskussionen beim Forum sollten reflektieren, wie undurchsichtig die Mechaniken hinter dieser Branche immer noch sind, und thematisierten, dass die Gesetzgebung gerade erst entdeckt, dass es auch in dieser aufkeimenden Welt Regeln und Überprüfungen geben muss. Traditionelle Medien haben unabhängige Berichterstattung stets streng von Werbung getrennt, aber erst letzten September hat die Gesetzgebung im Vereinigten Königreich dafür gesorgt, dass Influencer und Blogger ihre gesponserten Inhalte kenntlich machen müssen, damit Konsumenten klar erkennen können, was Werbung und was eigene Meinung ist.

Ebenfalls ein Ausgangsthema für das Forum war die Entwicklung künstlicher Intelligenz, die in einigen Sektoren dazu führt, dass Jobs wegfallen (selbstfahrende Autos, Fertigung, Essenszubereitung), und in anderen das Leben signifikant verbessert (Landwirtschaft, Entwicklung neuer Medikamente, Transparenz in der Wirtschaft). Es gibt jedoch noch Herausforderungen: Die Algorithmen, die diese neue Technologie vorantreiben, sind menschengemacht, was zur Folge haben könnte, dass wir menschliche Probleme in diese neue und vermeintlich neutrale Technologie mit einprogrammieren.

Offene Debatten und Auseinandersetzungen mit relevanten Themen sind unerlässlich, wenn wir Lösungen auf diese Fragen finden wollen – und genau die will das Eurasian Media Forum ermöglichen. Insbesondere dadurch, dass es Denker und Politikschaffende zusammenbringt, die normalerweise nicht aufeinandertreffen, will es Gästen und Beobachtenden neue Perspektiven vorstellen. Damit sollen eingefahrene Denkmuster aufgebrochen werden. Indem die östliche und westliche Welt in vorurteilslosen Diskussionen zusammenkommen, kann ein ganzheitliches Bild davon entstehen, wie sich unsere Welt verändert.