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Eurasian Media Forum: Mutige Debatten gegen Stereotype

Eurasian Media Forum: Mutige Debatten gegen Stereotype
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„The world today: Transforming reality?” (Die Welt heute: Realität im Wandel?) – das Motto des Eurasian Media Forum 2019 scheute nicht vor großen Fragen zurück. Der Gipfel fand vom 22. bis zum 24. Mai im kasachischen Almaty statt und beschäftigte sich eingehend mit den großen Herausforderungen der heutigen Medienlandschaft.

In seinem 16. Jahr vereinte das internationale Forum 600 Delegierte aus 42 Ländern, um Diskussionen, Inspirationen und neue Ideen anzuregen. Kasachstan liegt an der Grenze zwischen Asien, Europa und den postsowjetischen Staaten. Dank des Eurasian Media Forum, das Politik- und Medienschaffende sowie Fachleute aus den genannten Regionen einlädt, wird Kasachstan zur Verbindung zwischen Ost und West. Das 2002 von Dr. Darigha Nasarbajewa gegründete Forum hat sich zum Ziel gesetzt, die Verständigung über regionale und kulturelle Grenzen hinweg zu fördern.

Das Forum verschloss sich nicht vor kontroversen Themen: Steve Bannon, der ehemalige Wahlkampfleiter Donald Trumps, sprach über globales Machtgleichgewicht. Ebenfalls auf der Bühne waren Mark Siegel, Direktor des Democratic National Committee in den USA von 1973 bis 1977, sowie George Galloway, britischer Politiker und ehemaliges Mitglied des britischen Parlaments.

Zentrale Themen des diesjährigen Forums in Kasachstan waren Deglobalisierung, ungleiche Machtverteilung und Vertrauensmangel. In Zentralasien profitieren Kasachstan und seine Nachbarländer von der regionalen Integration und arbeiten zusammen, um Fortschritte zu erzielen. Kasachstan will gemeinsam mit Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan Verbesserungen in den Bereichen Arbeitsproduktivität, Antikorruptionsmaßnahmen, öffentliche Verwaltung, Bildung und Tourismus vorantreiben. Kasachstan will außerdem aufgrund seiner zentralen Lage regionalen Handel und Verkehrsverbindungen fördern und die Bedingungen für Unternehmen und internationale Investitionen verbessern. Das Forum beschäftigte sich auch mit der Frage, welche Form eine Union haben könnte, die die Wirtschaft der Region weiter unterstützt.

Im Westen jedoch stehen alle Zeichen in die entgegengesetzte Richtung: Statt zusammenzuarbeiten, beenden einzelne Länder ihre Mitgliedschaft in internationalen Bündnissen. Beispielsweise zogen sich die USA aus dem UN-Menschenrechtsrat und dem Klima-Übereinkommen von Paris zurück und der Brexit lässt Europa kaum zur Ruhe kommen. Das Forum diskutierte darüber, inwiefern solche Ereignisse internationale Folgen haben und wie die Medien eine konstruktive, faktentreue Beschäftigung mit den relevanten Themen anregen können, während die Geschehnisse noch unübersichtlich sind. Ist die Ära der Globalisierung vorbei? Welche Zukunftsperspektiven haben wir angesichts dieser aktuellen globalen Krise?

Das Eurasian Media Forum bietet entgegengesetzten Einstellungen die Möglichkeit, in konstruktiven Debatten aufeinanderzutreffen und unter der Leitung professioneller Fernsehmoderatoren auch mit dem Publikum zu interagieren. In diesem Jahr waren John Defterios, Journalist und Nachrichtensprecher des US-amerikanischen Nachrichtensenders CNN, und Ghida Fakhry, Moderatorin beim türkischen öffentlich-rechtlichen Fernsehsender TRT und Doha Debates, einem katarischen Diskussionsforum, mit dieser Aufgabe betreut.

Ebenfalls besprochen wurden kontroverse Themen wie Wirtschaftstrends, Umweltbedrohungen und die eventuelle Legalisierung von Marihuana. Sind Blogs und Social Media eine neue, aufregende Art der Kommunikation abseits der traditionellen Medienlandschaft oder sorgen sie dafür, dass sich Falschmeldungen gefährlich schnell verbreiten können? Ist künstliche Intelligenz eine Gefahr für die Menschheit oder übersteigt der potenzielle Nutzen die Risiken? Während sich unsere Welt mit rasender Geschwindigkeit verändert, suchen Menschen und Länder nach neuen Ideen, die uns dabei helfen, uns im Chaos zu orientieren.

Über die Jahre haben mehr als 1500 internationale Delegierte am Eurasian Media Forum teilgenommen, unter anderem Medienschaffende von Bloomberg, der BBC, Euronews, der Associated Press, CNN, Al Jazeera, der New York Times, Reuters und Russia Today. Kasachstan will Leuten unterschiedlicher Einstellungen eine Bühne und eine Brücke bieten, um sich zu treffen und sich miteinander auszutauschen. Dahinter steckt der Glaube, dass gemeinsame Gespräche Vorurteile und Stereotypen abbauen können. Das Eurasian Media Forum soll ein Ort sein, wo neue Ideen und Sichtweisen auf unsere Welt entdeckt werden können.