Sorgen um Huawei, Expo 2020 & Crowdfunding in Afrika

Sorgen um Huawei, Expo 2020 & Crowdfunding in Afrika
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Das euronews-Wirtschaftsprogramm "Business Line" dieses Mal mit folgenden Themen: Wie politisch ist das Rennen um die Einführung des superschnellen 5G? Dubai hat sich große Ziele gesetzt, um 192 Länder für die Expo 2020 willkommen zu heißen. Und wie kann Crowdfunding kleinen afrikanischen Unternehmen helfen, zu wachsen?

Huawei und das Rennen um die um die 5G-Weltherrschaft

5G is das schnellste Mobilfunknetz, Analysten sagen, dass es die größte technologische Revolution seit dem Internet selbst einleiten wird. Doch wer wird das Rennen machen, das 5G-Mobilfunknetz aufzubauen? Der chinesische Telekommunikationsriese Huawei war einer der Vorreiter, aber Washington setzt alle Hebel in Bewegung, um seine Chancen zu mindern.

Vom Internet der Dinge bis hin zu fahrerlosen Autos ist das Mobilfunknetz der 5. Generation oder "5G" die Basis für die sogenannte 4. industrielle Revolution. Es kann unseren ständig wachsenden Hunger auf Daten bewältigen und ist ultraschnell. Um den Aufbau der 5G-Mobilfunknetze gibt es einen harten Wettbewerb, den unter anderem das chinesische Telekommunikationsunternehmen Huawei anführt. Aber seit Washington den chinesischen Telekomausrüster aufgrund Sicherheitsbedenken mit Sanktionen belegte, erlitt Huawei schwere Rückschläge.

"Wir waren sehr deutlich darin, wie wir die Risiken im Zusammenhang mit Huawei und dem 5G-Ausbau sehen", sagte der US-Außenminister Mike Pompeo. "Westliche Werte müssen im Internet der Zukunft eingebettet sein. Außerdem wollen wir unsere Freunde über die bestehenden Risiken informieren. Im Fall von Huawei denken wir, dass die in einem 5G Netzwerk nirgends genügend abgeschwächt werden können."

Seit Facebook die Vorinstallation seiner Apps auf Huawei-Geräten verbietet und Google Android-Updates für das Unternehmen sperrt, ist auch das Huawei-Mobilfunkgeschäft betroffen.

"Die 5G-Netzwerke zu verpassen, war für Huawei bereits eine Herausforderung, aber jetzt hat es ihre Mobilfunkgeräte getroffen, das ist ein heftiger Schlag", meint Ben Wood, Telekomanalyst bei CCS Insight. "Das Unternehmen war auf dem besten Weg, einer der führenden Smartphone-Hersteller der Welt zu werden."

Und Huawei-Sprecher Joe Kelly sagt: "Es gibt Tausende und Abertausende von Menschen auf der ganzen Welt, von denen viele keinen amerikanischen Pass haben, die jetzt von einem Gesetz der US-Regierung betroffen sind. Ist das fair? Ist das vernünftig? Wir glauben nicht. Man muss wirklich die Motive der US-Regierung hinterfragen."

Der US-amerikanische Hardware- und Mikrochip-Hersteller Broadcom erschütterte Anfang des Monats die Märkte mit seiner Prognose, dass die Handelsspannungen zwischen den USA und China und das Verbot, Geschäfte mit Huawei zu tätigen, in diesem Jahr zu einem Umsatzverlust von über 1,75 Milliarden Euro führen werde.

"Ja, Huawei ist Kunde von Broadcom", so Daniel Ives, Geschäftsführer von Equity Research Wedbush Securities. "Das war wirklich ein Schlag ins Gesicht. Unsere Sorge ist jetzt, wird sich das zu einem größeren Problem ausweiten und sich negativ für Tech-Aktien auswirken?"

Ob motiviert durch Sicherheitsbedenken oder wirtschaftlichen Protektionismus, die Handelspolitik der Trump-Regierung sendet weiterhin Schockwellen durch die Finanzmärkte weit über ihre Grenzen hinaus.

Dubais Vorbereitungen für die Expo 2020

In Dubai wird mit Hochdruck an den Vorbereitungen für die Expo 2020 gearbeitet. Es wird erwartet, dass 192 Länder an der sechsmonatigen Weltausstellung teilnehmen, die im Oktober 2020 beginnt. Die Infrastrukturentwicklung ist enorm, nicht zuletzt durch den Ausbau des Flughafens Al Maktoum.

Euronews-Reporterin Rebecca McLaughlin-Eastham sprach über dieses Thema mit Scheich Ahmad ibn Said Al Maktum, Geschäftsführer und Vorsitzender der Emirates Group und Vorsitzender von Dubai World.

Euronews-Reporterin Rebecca McLauglin-Eastham:"Welche wirtschaftlichen Auswirkungen wird die Weltausstellung Dubai 2020 haben?"

Scheich Ahmad ibn Said Al Maktum:"Dubai 2020 wird nicht nur für Dubai, sondern für die gesamte Region von Bedeutung sein, und alle werden von der Expo 2020 profitieren. Wir wollen auch wirklich sicherstellen, dass diese Veranstaltung ein Erfolg wird. Zumal der 50. Geburtstag der Vereinigten Arabischen Emirate in diesem Zeitraum fällt."

Euronews: _"Wie ist der Stand beim Ausbau des Flughafens Al Maktoum?"

_Scheich Ahmad ibn Said Al Maktum:"Aktuell kann der Flughafen Al Maktoum 30 Millionen Passagiere abfertigen. Es gab eine Menge Verkehrsverlagerungen von Flydubai und einigen anderen Fluggesellschaften während der Ausbauarbeiten. Al Maktoum ist der zukünftige Flughafen von Dubai und wird ständig weiter wachsen."

Euronews:"In der Region gibt es harte Konkurrenz, sie wollen ein Knotenpunkt und der verkehrsreichste Flughafen der Welt bleiben. Wie stellen Sie das sicher?"

Scheich Ahmad ibn Said Al Maktum:"Wir versuchen immer, uns über den Markt und über das, was in Dubai passiert, zu behaupten. Natürlich hat jeder seine eigenen Argumente. Die Konkurrenz - egal, wo sie sitzt - wird versuchen, mehr Flugziele zu bedienen. Wir sollten auch nicht vergessen, dass immer mehr Menschen reisen, und sie werden auch fliegen. Und ich will natürlich, dass sie mit Emirates und Flydubai fliegen."

Euronews:"Wenn wir nächstes Jahr um diese Zeit wieder hier sitzen, über welche Themen werden wir dann reden? Was sind die Trends im Reise- und Tourismusbereich?"

Scheich Ahmad ibn Said Al Maktum:"Ich denke, wir werden mehr über die Expo sprechen, weil sie dann bald anfängt. Aber die Tourismusindustrie ist eine harte Branche. Man muss sehr effizient sein, man schaut sehr auf die Kosten und was man macht."

Euronews: "Abschließend die Frage, sie sagten 'es ist eine harte Branche'. Was hält Sie als Geschäftsführer einer großen Fluggesellschaft wie Emirates nachts wach?"

Scheich Ahmad ibn Said Al Maktum: _"Nein, ich denke, vielleicht bin ich es gewohnt. Ich bin seit 33 Jahren in diesem Geschäft. Dinge passieren. Aber es ist auch unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es weitergeht, dass wir expandieren und immer mehr Menschen mit uns fliegen."
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Crowdfunding unterstützt afrikanische Start-ups

Crowdfunding vereinfacht den Zugang zu Startkapital in ganz Afrika, eine senegalesische Feinbäckerei konnte mit dieser Hilfe durchstarten. O'Merveilles ist die erste Spitzen-Patisserie in Touba - der zweitgrößten Stadt Senegals - 40 Prozent des Startkapitals stammt aus Crowdfunding

"Früher bin ich nach Dakar gegangen oder habe jemanden nach Dakar geschickt, um gutes Gebäck zu holen", erzählt Marieme Konate, Bankerin aus Touba, "aber seit es O'Merveille gibt, ist das nicht mehr nötig."

Crowdfunding steckt im Senegal noch in den Kinderschuhen. Der Bankensektor ist zurückhaltend bei der Risikofinanzierung neuer Unternehmen, Kredite haben höhere Zinsen als in europäischen Ländern Aber Crowdfunding ist unabhängig vom Bankensektor und kann in der lokalen Wirtschaft für frischen Wind sorgen.

"Es war genau richtig, O'Merveilles in Touba zu eröffnen, wo es Kaufkraft und Nachfrage gibt", meint der Wirtschaftsanwalt Mame Adama Gueye. "Es gab dort vorher nichts Vergleichbares. Es ist auch ein äußerst innovativer Schritt und sehr interessant, außerhalb von Dakar zu investieren, um eine lokale Wirtschaft aufzubauen."

Mit dem Verkauf von Produkten wie Hotcakes gibt es bereits zwei O'Merveilles Patisserien, zwei weitere sind in Planung. M&A Capital hofft, afrikanische KMU in panafrikanische multinationale Unternehmen zu verwandeln.

"Mit diesem Wachstum erreichen wir die kritische Masse, um uns als Marktführer im Bereich Patisserie und Teestube im Senegal zu positionieren", so Moctar Sarr, Geschäftsführer M&A Capital. _"Wir sind vielleicht noch nicht der senegalesische Starbucks, aber nicht weit davon entfernt. Wir können das allein machen. Wir können zeigen, dass Crowdfunding ein wichtiger Hebel ist, der sich auf unsere Wirtschaft auswirkt."
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Crowdfunding scheint ein vielversprechender Weg zu sein, um afrikanische Start-ups zu unterstützen und lokale Gemeinschaften an ihrem Erfolg zu beteiligen. Für die Investoren von O'Merveilles liegt der Erfolg auf der Hand.