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Lockdown-Lockerungen, Innovationen gegen Covid-19 und Urlaubstrends

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Lockdown-Lockerungen, Innovationen gegen Covid-19 und Urlaubstrends
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Die Themen in dieser Business-Line-Folge: Großbritannien nach dem Lockdown: Unternehmen in belebten Trendvierteln fürchten um ihre Zukunft; In Dubai fördert eine gemeinnützige Organisation die Entwicklung innovativer Technologien, um Covid-19 zu bekämpfen. Und in Italien gibt ein unerwarteter Trend, für Ökoferien zu Hause zu bleiben, lokalen Unternehmen einen willkommenen Anschub.

Großbritannien kämpft um den Aufschwung

Großbritannien hat die Corona-Kontaktbeschränkungen gelockert. Etablierte Restaurants im Herzen Londons suchen nach Lösungen für die eingeschränkte Zukunft: Einige sehen in Fußgängerzonen eine Antwort.

Großbritannien hat eine der höchsten Todesraten in der Covid-19-Pandemie zu beklagen. Der dreimonatige Lockdown wird zwar langsam gelockert. Aber viele Unternehmen fürchten um ihre Zukunft - selbst im einstmals pulsierenden Herzen der Londoner Restaurant- und Barszene - in Soho.

"Wir werden sicherlich die Preise erhöhen müssen, weil wir bestimmte Maßnahmen umsetzen müssen in puncto Hygiene, Desinfektion, Einweg-Papiergeschirr, Masken für alle", meint Victor Garvey, SOLA-Restaurant-Besitzer. "Eine Gebühr pro Person wegen der Distanzregeln. Das sind keine guten Aussichten."

Restaurants und andere Geschäfte setzen sich dafür ein, Teile von Soho während der Sommermonate vorübergehend zur Fußgängerzone zu erklären. Der Gründer des Sanctum Soho Hotels Mark Fuller sagt:

"Ohne die Fußgängerzone werden die meisten Unternehmen nicht einmal aufmachen, sie werden vielleicht nie wieder öffnen. Wir werden mit Geistervierteln und geschlossenen Geschäften enden, keine Menschen mehr, die sich vergnügen. Wir werden wieder bei Null anfangen müssen. Wenn wir die Atmosphäre wiederherstellen, werden mehrere Dinge geschehen. Erstens werden wir dem Viertel wieder Leben einhauchen. Und zweitens werden all die kleinen Einzelunternehmen wieder aufatmen und uns Hoffnung geben."

Der Umgang der britischen Regierung mit der Pandemie wurde weithin als chaotisch kritisiert und wird kritisch verfolgt: "Meiner Meinung nach ist der 4. Juli kein guter Tag für den Neustart, alles andere wurde auf einen Montag gelegt", so der Küchenchef und Gastronom Antony Worral Thompson. "Der 4. Juli ist ein Samstag, jeder weiß, dass alle samstags ausgehen wollen. Das setzt uns gewaltig unter Druck. Wäre es an einem Montag losgegangen, hätten wir sanfter wieder einsteigen können."

Die "Global Grad Show" in Dubai: eine Plattform für Studenten mit Ideen

"Global Grad Show" ist ein Förderprogramm für Studenten auf der ganzen Welt, um ihre innovativen Ideen in der Geschäftswelt umzusetzen: In der Covid-19-Initiative werden die besten Ideen gesammelt, um die Pandemie zu bekämpfen und auf den Markt gebracht. Wir sprechen mit der Jury und Leuten aus den Siegerprojekten.

In Dubai hat eine gemeinnützige Organisation eine Covid-19-Initiative gestartet: Die "Global Grad Show" bringt Ideen aus den Bereichen Wissenschaft, Design und Technik zur Marktreife. Sie arbeitet mit 250 Universitäten in 56 Ländern zusammen.

"Unser Schwerpunkt liegt auf der Master- oder Doktorarbeit von Studenten, die nach Lösungen für soziale und ökologische Probleme suchen", erklärt Tadeu Baldani Caravieri, geschäftsführender Direktor der "Global Grad Show". "Ganz zu Beginn der Pandemie wurde uns klar, dass es eine sehr tatkräftige Gruppe von Menschen gibt, die an Lösungsvorschlägen für komplexe Herausforderungen arbeitet, mit denen die Menschheit konfrontiert ist."

In der Jury sind große Investmentfirmen vertreten. Sie stellen das Wissen und die Finanzmittel bereit, um die Gewinner-Konzepte auf den Markt zu bringen:

"Ich war wirklich angetan von der Kreativität und dem Ideen-Reichtum, die diese Studenten an den Tag legen. Sie kommen aus den USA, Mexiko, Europa, China, Indien und dem Nahen Osten", so Mohammed Al Shehhi, A.R.M. HOLDING-Geschäftsführer. "Als ich bei A.R.M. Holding anfing und unsere Anlagestrategie überprüfte, dachte ich sofort daran, einen Fonds zu gründen, um solche kreativen Ideen zu unterstützen."

Die Ideen sind vielfältig: Es gibt antivirale Verpackungen, ein Gerät, um Bleichmittel Zuhause herzustellen und ein System, das mithilfe künstlicher Intelligenz vorhersagen kann, wann es Intensivpatienten schlechter geht.

Ökotourismus: unerwarteter Reisetrend der Italiener in Italien

In Italien erfreuen sich derzeit Öko-Reisen einer steigenden Beliebtheit bei Einheimischen. Die Sorge um den ausbleibenden Massentourismus, insbesondere in den am stärksten betroffenen Regionen, wird dadurch abgemildert. Die Italiener, die Ferien im eigenen Land machen, hauchen der lokalen Wirtschaft neues Leben ein.

Die Reise- und Tourismusbranche leidet besonders unter Covid-19: Die Toskana, eine der nördlichen Regionen Italiens, ist am stärksten betroffen. Dort gibt es jetzt einen Hoffnungsschimmer, da sich immer mehr Italiener für Wander- und Ökotourismus-Urlaube entscheiden. Andrea Brogi, Öko-Reiseleiter & Eigentümer von Via Maestra, erzählt:

"Glücklicherweise gibt es wieder einen wachsenden Trend zum Tourismus und Ökotourismus im Besonderen. Unsere Hoffnung ist, dass die Menschen den Massentourismus aufgeben, auch weil Covid-19 bestimmte Verhaltensweisen vorschreibt, wie z.B. dass nicht zu viele an einem Ort sein dürfen, es keine größeren Versammlungen geben darf. Vielleicht hat uns der Lockdown auch gezeigt, dass man auch gut allein sein kann, dass man sich besser fühlt, wenn man nicht eingesperrt ist, oder dass wir uns in der Natur besser fühlen, nachdem wir drei Monate zu Hause bleiben mussten."

Für Politiker bietet sich die Gelegenheit, Tourismus-Konzepte zu überdenken: "Sagen wir es so: In Italien wurde der Tourismus immer als Anhängsel der Wirtschaft angesehen. Niemand hat jemals versucht, ihn zu managen, es gibt keine guten Beispiele für gutes Management", meint Laura lodone, Verantwortliche für Tourismus der Confcommercio Arezzo. "Das könnte eine Gelegenheit sein, die Entwicklungsmuster der Städte auch innerhalb der größten touristischen Gebiete wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen der Präsenz von Touristen und Einwohnern sowie der Lebensqualität in den Städten finden."

Ein entscheidendes Gleichgewicht, wenn sich die Tourismusindustrie erholen und nachhaltig entwickeln soll.