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Frieden lehren

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Nach Kriegen und Konflikten ist es die Aufgabe der Lehrer den Frieden wiederaufzubauen. Im Klassenraum wird Toleranz unterrichtet und oft ist eine Versöhnung möglich.

Jahrelang tobte in Nordirland ein erbitterter Kampf zwischen Katholiken und Protestanten. Heute bemühen sich beide Gemeinden um ein friedliches Zusammenleben. In einer gemischten Schule in Enniskillen lernen protestantische und katholische Kinder gemeinsam, so werden alte Vorurteile abgebaut.

Umfragen zufolge wollen mehr als 80 Prozent der Eltern in Nordirland, dass ihre Kinder zusammen mit den Kindern der anderen Konfession unterrichtet werden. Das Konzept kommt also an, doch bisher sind gemische Schulen noch immer die Ausnahme.

Feindschaften dauern auch nach einem Konflikt weiter an. Um mit dem früheren Feind zu leben, muss man aus der gemeinsamen Geschichte lernen, und das ist nicht immer einfach. Im früheren Jugoslawien schweigen die Waffen seit 15 Jahren, doch laut einem Lehrer in Dubrovnik gibt es immer noch Mauern in den Köpfen der Menschen.

Im kroatischen Dubrovnik an der Adria ist Frieden eingekehrt. Die Stadt ist wieder ein beliebtes Urlaubsziel. Doch der Bürgerkrieg hat unsichtbare Narben bei den Menschen hinterlassen.

Bei der Aufarbeitung der Vergangenheit können manchmal internationale Geschichtsbücher helfen.

Für den früheren norwegischen Außenminister Kjell Magne Bondevik ist der Geschichtsunterricht in den Schulen ausschlaggebend.

Die Musikschule in Kabul ist eine Insel des Friedens.

Noch vor ein paar Monaten verbrachten die Musikschüler ihre Tage auf der Straße, so wie die anderen rund 70.000 Straßenkinder in der afghanischen Hauptstadt. Von Musik wagten sie nicht einmal zu träumen.

Viele Musiklehrer lebten jahrlang im Exil und kehren nun zurück um das kulturelle Leben in Afghanistan wiederaufzubauen.

Unter den Taliban war nicht religiöse Musik verboten und Künstler wurden verbannt. Die Schule will ein neues Kapitel aufschlagen. Sie will das erste Symphonie Orchester des Landes gründen und weitere Musikschulen aufmachen.