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Energiesparen leicht gemacht

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Energiesparen leicht gemacht

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Die Europäer verbrauchen viermal soviel Energie wie die Südamerikaner. Rund 30 Prozent dieser Energie wird von den Haushalten konsumiert. Studien zufolge, wird davon mehr als die Hälfte verschwendet.

Die Forscher sind alarmiert und fragen sich, wie man die Situation verbessern könnte. Die Suche nach Antworten führt uns als erstes nach

Manchester, in England.

Pukul Rana, der Koordinator des Dehem-Projekts, hat eine Mission. Er will den Bürgern beim Energiesparen helfen. Die Lösungen, die er anbietet sind nicht kostspielig. Pukul erklärt einfach den Zusamenhang zwischen Verhalten und Verbrauch: “Mit dem Dehem-Projekt wollen wir erreichen, dass die Endverbraucher ihr Verhalten ändern. Es geht also darum, wie sie mit der Energie umgehen, aber auch was sie mit den Informationen anfangen.”

Die Projekt-Teilnehmer können ihren Energieverbrauch dank der Messgeräte rund um die Uhr verfolgen. Pukul erklärt, wie das geht: “Wir haben eine Grundausstattung mit der man den gesamten Energieverbauch des Haushalts überwachen kann. Dann gibt es noch Kontrollgeräte, mit denen man den Verbrauch im einzelnen verstehen und nachvollziehen kann.”

Fiona Nicholls nimmt an dem Projekt teil. Sie hat die Grundausstattung und kann so ihren Strom- und ihren Gasverbrauch kontrollieren. Fiona hat bereits ihre Gewohnheiten geändert: “Ich bin aufmerksamer geworden. Ich sehe den Verbrauch aller Geräte, das ist sehr hilfreich, denn vorher habe ich über diese Geräte nicht nachgedacht. Jetzt, wo ich weiß, wieviel sie verbrauchen, kann ich etwas daran ändern.”

Wenn Fiona den Wasserkocher anschaltet, sieht sie sofort auf dem Kontrollgerät, wieviel Energie sie verbraucht und was es sie kostet.

Für Fiona ist Energiesparen zur Angewohnheit geworden: “Diese Technologie ist sehr einfach, jeder kann sie bedienen. Ich bleibe auf jeden Fall dabei und hoffe, dass ich die Kontrollgeräte am Ende des Projekts behalten darf. Falls nicht, werde ich sie mir selber kaufen.”

Pukul ist mit den ersten Ergebnissen zufrieden:

“Die jüngsten Statistiken haben ergeben, dass die Projekt-Teilnehmer ihren Energieverbrauch mittlerweile um bis zu acht Prozent verringert haben. Wir hoffen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und dass die Dehem-Projekt-Häuser am Ende bis zu 20 Prozent weniger Energie verbrauchen.”

Die Wissenschaftler in Mannheim haben eine andere Herangehensweise. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts arbeiten sie an der Entwicklung eines “intelligenten” Hauses.

Nach einem langen Arbeitstag geht Robert Nagy nach Hause. Sein Heim hat den ganzen Tag über Energie gespart. Wie das geht, erklärt Anke Weidlich, die Koordinatorin des Projekts SmartHouse : “Wir haben ein intelligentes System enwickelt, das Sie in ihrem Haus installieren können und das ihre Geräte kontrolliert, die Waschmaschine und die Tiefkühltruhe etwa.. Das System weiß, wann der Energiebverbrauch am billigsten ist.”

Robert braucht die Waschmaschine nur zu füllen. Wann es am günstigsten ist zu schleudern, das entscheidet das System. Robert kann sich außerdem im Internet über die Strompreise informieren. Robert hat ganz wie Fiona seine Gewohnheiten geändert: “Wir schauen, wann wir einen niedrigen Preis haben und schalten dann die Waschmaschine ein, um Energie bzw. Kosten zu sparen.”

Robert verbraucht mehr erneuerbare Energie als seine Nachbarn, denn das System schaltet die Geräte an, sobald grüne Energie zur Verfügung steht. Anke erklärt: “Wenn es sehr sonnig oder windig ist, dann produzieren die Solaranlagen und die Windkraftwerke viel Energie. Der Strom ist dann billiger und für den Verbraucher ist es von Vorteil in diesen Zeitabständen Energie zu konsumieren. Die Technologie, die wir entwickeln, hilft ihm dabei.”

Manche Projekt-Häuser haben Solaranlagen auf dem Dach. Das System überwacht die Produktion,wenn zuviel grüne Energie erzeugt wird, geht der

Überschuss an die Nachbarn. “Wenn Sie heutzutage eine Solaranlage auf dem Dach haben, können sie die Energie an das Stromnetzwerk verkaufen. Es ist aber künftig auch möglich die Energie an die Nachbarn zu verkaufen, sofern diese an dem Projekt teilnehmen,” so Anke.

Können wir unsere Energie selber erzeugen? Um diese Frage zu beantworten, reisen wir in den Süden Griechenlands, nach Lavrio.

Diese Gebäude beziehen keinen Strom. Sie verbrauchen nur Wind- und Solarenergie.

Der Ingenieur Ioannis Paspaliaris lehrt an der technischen Universität von Athen. Ihm zufolge haben grüne Energien nur einen Haken:

“Erneuerbare Energie wird nicht rund um die Uhr erzeugt. Wenn man also selber mit Anlagen grüne Energie für sein Haus produziert, dann stimmen oft Angebot und Nachfrage nicht überein. Das Haus braucht mal mehr, mal weniger Energie. Man muss also den Energieüberschuss im Haus speichern und dieser Energievorrat wird dann bei Bedarf angezapft.”

Doch wie speichert man Energie? Batterien wären zu groß und außerden haben sie nur eine kurze Lebensdauer. Am besten ist es, die überschüssige Energie in Wasserstoff zu verwandeln.

Die Idee stammt von Stefano Carosio, dem Koordinator des H2Susbuild Projekts: “Wir kamen auf Wasserstoff, als wir über das Gleichgewicht zwischen Energieangebot und Verbrauch nachdachten. Es bietet sich an, die Energie in Form von Wasserstoff zu speichern. Später kann man daraus mithilfe einer Brennstoffzelle Strom und Wärme erzeugen.”

Laut Ioannis hat Wasserstoff viele Vorteile:

“Wasserstoff ist ein Gas, doch wenn man damit Strom oder Wärme produziert, werden keine Treibhausgase erzeugt. Wenn man Wasserstoff verbrennt oder in einer Brennstoffzellen nutzt, dann kommt dabei nur reines Wasser und kein CO2 heraus.”

Das Ganze kann natürlich nur funktionieren, wenn im Gebäude oder in der Nachbarschaft ein Wasserstoffvorratssystem installiert wird. Ioannis zufolge macht sich die Investition bezahlt:

“Das Wasserstoff-Haus der Zukunft wird besser abschneiden, wenn es wenig Energie verbraucht.

Denn ein sparsames Haus benötigt nur einen kleinen Energievorrat und das Ganze ist dann natürlich auch billiger für den Verbraucher.”

Energiesparen lohnt sich, es kommt nicht nur der Umwelt sondern auch dem Geldbeutel zugute.

www.dehems.eu
www.smarthouse-smartgrid.eu
www.h2susbuild.ntua.gr