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Längeres Leben für gebrochene Eierschalen

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Längeres Leben für gebrochene Eierschalen

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Jeden Tag landen Dutzende Tonnen Eierschalen in Europa auf dem Müll.

Julián López Gómez, euronews:

“Wussten Sie, dass man sie als Kunststoffe, Kosmetika oder Nahrungsergänzungsmittel recyceln kann?”

Aber es gibt da ein Problem.

Ein Problem, mit dem Ecomotive Kft., ein kleines Unternehmen in Ungarn, jeden Tag fertig werden muss.

Jedes Jahr werden hier rund 15 Millionen Eier in Zutaten für Nudeln, Backwaren und Zulieferer der Lebensmittelindustrie umgewandelt.

Da fällt eine riesige Menge Eierschalen an. Was tun?

Für die Manager der Firma ist es eine Vergeudung von Ressourcen – aber schwer in den Griff zu bekommen.

Tas Orbán, Geschäftsführer, Ecomotive Kft.:

“Industrielle Eierschalen gelten als gefährlicher Abfall, weil die Proteine ​​in den Ei-Membranen schnell zerfallen – das Ergebnis kann giftig sein. Wir müssen Spezialfirmen mit der Entsorgung beauftragen, die bringen sie weg, um sie zu behandeln. Und das ist teuer für uns.”

Ei-Membranen sind reich an Kollagen und Aminosäuren, die Eierverarbeiter könnten sie der Kosmetik- oder Lebensmittelindustrie anbieten.

Julián López Gómez, euronews:

“Preisfrage: Wie kriegt man die Ei-Membranen von den Schalen getrennt – einfach und bezahlbar?”

Das war das Ziel dieser Forscher in einem europäischen Forschungsprojekt.

Sie haben einen Prototyp entwickelt, der mechanisch die Membran von der Eierschale trennt. Dann wird die Membran an der Luft getrocknet, damit sie ihre Eigenschaften behält.

In einem letzten Schritt wird die getrocknete Membran in nicht-invasiver Weise sterilisiert.

Enrico Imperi, Industriechemiker, Laboratorium Srl:

“Wir setzen UV-Licht ein. UV-Licht dringt in die Bakterien ein und verändert ihre DNA. Das deaktiviert die Bakterien. Sie vermehren sich nicht. So bekommt man sterilisierte Eimembranen – ohne Einsatz von Chemikalien oder hohen Temperaturen. Sie behalten ihre typischen Eigenschaften”.

Den Prototyp gibt es bereits. Und die Forscher sagen, sie hätten den Unternehmen der Branche vorgeführt, wie man aus Eierabfall etwas Wertvolles macht.

Die Wissenschaftler blicken nun nach vorn.

Melinda Koza´k, Bioengineer, Ateknea Solutions Hungary, Projektkoordinatorin LLC./SHELLBRANE:

“Der nächste Schritt ist die Automatisierung. Unsere Idee ist die maßgeschneiderte Verarbeitungskapazität, je nach der Größe der Eieraufbereitungsanlage. Das geht von 100 Kilo Schalen pro Stunde bis zu 1.000 Kilo pro Stunde”

Tas Orbán, Geschäftsführer, Ecomotive Kft.:

“Wenn wir diese Trennung hier industriell leisten könnten, dann hätten wir Eier-Verarbeiter die Möglichkeit, aus Abfall Gewinn zu machen, aus etwas, das vorher ein Kostenfaktor war”

Die Forscher hoffen auf ein marktfähiges Produkt in weniger als 3 bis 4 Jahren. Es könnte die ganze Hühner-Branche in Europa wettbewerbsfähiger machen, da sind sie überzeugt.

http://shellbrane.eu