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Geiseldrama in Sydney endet blutig: Drei Tote, darunter der Täter

Bei einem Geiseldrama in einem Café in Sydney sind drei Menschen getötet worden, das bestätigte die australische Polizei. Der Geiselnehmer Haron Monis sei unter den Toten. Zudem seien zwei Geiseln ges

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Geiseldrama in Sydney endet blutig: Drei Tote, darunter der Täter

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Bei einem Geiseldrama in einem Café in Sydney sind drei Menschen getötet worden, das bestätigte die australische Polizei. Der Geiselnehmer Haron Monis sei unter den Toten. Zudem seien zwei Geiseln gestorben. Vier Menschen wurden demnach verletzt, darunter auch ein Polizist.

Die Polizei hatte das Lokal am Nachmittag Mitteleuropäischer Zeit gestürmt und die Geiselnahme nach gut 16 Stunden beendet. Der Geiselnehmer hatte 17 Cafébesucher in seiner Gewalt. Am Tatort waren laute Explosionen und Schüsse zu hören gewesen. Bilder zeigen, wie Rettungskräfte mehrere offenbar verletzte Geiseln abtransportierten.

Zuvor hatte die Polizei die Identität des Geiselnehmers bekannt gegeben. Bei dem Täter soll es sich um einen 50-jährigen, iranisch stämmigen radikalen Islamisten handeln. Den Behörden soll er bekannt sein, unter anderem wegen sexueller Belästigung. Auch soll er Drohbriefe an Familien australischer Soldaten, die im Auslandseinsatz gestorben sind, geschickt haben.

Um 9:45 Ortszeit wurde die Polizei zum Café gerufen – es hatte Berichte über Geräusche gegeben, bei denen es sich um Schüsse handeln könnte. Das Stadtviertel wurde evakuiert, die Personen, die sich in den Etagen über dem Café aufhielten, wurden mit Leitern aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht. Scharfschützen haben sich auf dem Dächern der Häuser um das Café in Position gebracht. Unterhändler der Polizei sollen mit dem Täter in Kontakt stehen – darunter auch Polizeipsychologen.

Ob die Geiseln, die im Laufe des Tages entkommen konnten, freigelassen wurden oder flüchteten, ist bisher nicht bekannt. Bilder zeigten mehrere Geiseln mit erhobenen Händen an den Fenstern des Lindt-Cafés am Martin Place im belebten Geschäftsviertel der Stadt. Sie wurden offenbar von dem bewaffneten Geiselnehmer dazu gezwungen, eine schwarze Flagge mit weißen Lettern an das Fenster des Cafés zu halten. Darauf steht auf Arabisch das muslimische Glaubensbekenntnis, das Allah als den einzigen Gott und Mohammed als seinen Propheten benennt. Die Flagge wird auch von Dschihadistengruppen wie der Miliz “Islamischer Staat” und Al-Kaida verwendet.

Australien gehört der US-geleiteten, internationalen Koalition gegen die IS-Miliz an und fliegt im Irak Luftangriffe gegen die Dschihadisten. Im September wurde in Melbourne ein 18-Jähriger erschossen, nachdem er auf zwei Polizisten mit einerm Messer losgegangen war. Der junge Mann gab sich als Sympathisant der IS-Miliz bekannt. Seit dem Vorfall galt in Australien erhöhte Terrorgefahr.

Der australische Ministerpräsident Toby Abbott sagte in einer Stellungnahme, dass man Hinweise dafür habe, dass die Tat politisch motiviert sei. Er rief die Bevölkerung dazu auf, Ruhe zu bewahren.


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