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UN-Sicherheitsrat diskutiert zum ersten Mal Menschenrechtslage in Nordkorea

Hacker-Angriff, massiver Internetausfall - der Streit zwischen den USA und Nordkorea spitzt sich zu. Zum ersten Mal diskutierte der UN-Sicherheitsrat nun die Menschenrechtslage in Nordkorea.

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UN-Sicherheitsrat diskutiert zum ersten Mal Menschenrechtslage in Nordkorea

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Der UN-Sicherheitsrat hat zum ersten Mal in seiner Geschichte über die Menschenrechtslage in Nordkorea diskutiert. China und Russland hatten sich gegen die Sitzung ausgesprochen, waren aber überstimmt worden. Die USA verdächtigen Nordkorea, hinter einem Hacker-Angriff auf das Filmstudio Sony Pictures zu stecken, das eine Nordkorea-Satire in die Kinos bringen wollte. Die Führung in Pjöngjang hatte Washington zuvor darum gebeten, die Ausstrahlung des Films mit dem Titel “The Interview” zu verbieten.

Amerikas UN-Botschafterin, Samantha Power, sagte in New York: “Nordkorea reicht es wohl nicht mehr nur seinem eigenen Volk freie Meinungsäußerung zu verweigern, jetzt will das Regime dieses Recht auch in unserem Land unterdrücken. Das ist absurd. Und dennoch entspricht dieses Verhalten genau dem, das wir von einem Regime erwarten, das den USA ‘gnadenlose Gegenmaßnahmen’ wegen einer Hollywood-Komödie ankündigt – und ohne Skrupel Zehntausende Menschen in grausamen Straflagern festhält.” Power forderte, dass auch der Internationale Strafgerichtshof sich mit der Situation befasst.

Unterdessen hat es in Nordkorea offenbar einen massiven Internetausfall gegeben. Das meldete ein US-Dienst zur weltweiten Beobachtung der Funktionalität des Internets Mögliche Gründe für den Ausfall seien technisches Versagen oder ein Cyberangriff. Ein US-Regierungsvertreter bestritt in amerikanischen Medien, dass die Vereinigten Staaten etwas mit dem Ausfall zu tun hätten.

Die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates am Montag in New York war kurzfristig einberufen worden. Nordkorea selbst hatte nicht um ein Rederecht bei dem Treffen gebeten.