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Junge Rekruten für die Terrororganisation "IS": das große Abenteuer

Woher kommt der Reiz der Terrororganisation "Islamischer Staat"? Durch sein innovatives Rekrutierungs-Programm mit Hilfe des Internets und sozialen Medien hat es der "IS"/ "ISIL" geschafft, Tausende v

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Junge Rekruten für die Terrororganisation "IS": das große Abenteuer

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Woher kommt der Reiz der Terrororganisation “Islamischer Staat”? Durch sein innovatives Rekrutierungs-Programm mit Hilfe des Internets und sozialen Medien hat es der “IS”/ “ISIL” geschafft, Tausende von jungen Menschen aus westlichen Ländern zu erobern.

Meinung

Einige nehmen die Religion so ernst, dass sie bewusst dorthin gehen, um für ihre religiöse Utopie zu kämpfen. Es gibt andere, für die das eher ein großes Abenteuer ist.

Die Freiwilligen haben oft keine tiefere Kenntniss des Islams, so auch Reda Nidalha.Sein Vater hat ihn nicht als Muslim erzogen, er bedauert jetzt diese Entscheidung.Der junge Niederländer aus Leiden hat sich radikalisiert und kämpft heute an der Seite des IS in Syrien. “Diese Leute sind Profis. Sie wissen genau, wer ihre Opfer sind. Sie greifen sich die leichteste Beute und unterziehen sie einer Gehirnwäsche”, erklärt der Vater von Reda, Mohamed Nidalha.

Viele Kilometer entfernt in Georgien sind am 2. April zwei Jungen von 16 und 18 Jahren aus dem Dorf Dumistari zu Schule gegangen und kamen nie mehr nach Hause- auch sie sind heute IS-Kämpfer. Ihre Familie ist verzweifelt. “Wenn man jeden Tag jungen Männern erklärt, dass der Jihad das Beste ist und sie ins Paradies kommen werden, dass man dafür im Gegenzug viel bekommen wird, dann denken diese Kinder, das sei die Wahrheit.”, sagt die Mutter eines der Jungen.

Laut Peter Neumann, dem Direktor des internationalen Studienzentrums für Radikalisierung am King’s College in London ist einer der Gründe für den Erfolg des “IS”, dass seine Propaganda in mehreren europäischen Sprachen verfügbar ist: “Es gab seit 1945 in der muslimischen Welt keinen einzigen Konflikt, der soviele Ausländer angezogen hat wie dieser. Einige nehmen die Religion so ernst, dass sie bewusst dorthin gehen, um für ihre religiöse Utopie zu kämpfen. Es gibt andere, für die das eher ein großes Abenteuer ist, die von dem Nervenkitzel angezogen werden.”

Nun stellt sich die Frage, wie man mit den Rüchkehrern umgehen soll. Viele kritisieren, dass die Regierungen die Gefahr schon früher hätten erkennen müssen und die jungen Rekruten an der Ausreise hindern hätten sollen. So auch der Vater von Reda, Mohamed Nidalha: “Stellen Sie sich vor, mein Sohn kommt zurück. Welche Art von Sohn bekomme ich zurück? Er wird nicht der selbe sein wie vorher. Er wird ein anderer Mensch sein. Und die holländische Regierung hätte das verhindern können. Denn jetzt hat mein Sohn viele Dinge in Syrien gelernt. Vielleicht kann er wenn er zurückkommt Bomben bauen und schießen.”