Eilmeldung

Eilmeldung

Filmfestspiele in Cannes: Drei wichtigste Preise gehen nach Frankreich

Es war eine Überraschung: Der französische Regisseur Jacques Audiard hat für sein gesellschaftskritisches Drama “Dheepan” die Goldene Palme des

Sie lesen gerade:

Filmfestspiele in Cannes: Drei wichtigste Preise gehen nach Frankreich

Schriftgrösse Aa Aa

Es war eine Überraschung: Der französische Regisseur Jacques Audiard hat für sein gesellschaftskritisches Drama “Dheepan” die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes gewonnen. 19 Filme konkurrierten um den beliebten Preis. Audiards Flüchtlingsdrama war zuvor nicht zum Kreis der Favoriten gezählt worden.

“Es ist ein Film der riskant, gefährlich ist und das habe ich auch empfunden beim Dreh.. ich bin sehr überrascht, dass ein Film dabei herausgekommen ist, der Aufmerksamkeit bekommt und gewürdigt wird, ich bin sehr überrascht”, sagte Jacques Audiard über seine Auszeichnung.

“Dheepan” erzählt die Geschichte von einem Flüchtling aus Sri Lanka, der sich in einem heruntergekommenen Pariser Vorort mitten in einem Bandenkrieg wiederfindet. Alle Rollen in dem Film werden von Laiendarstellern gespielt.

Der zweitwichtigste Preis, der sogenannte “Große Preis der Jury”, ging an den ungarischen Regisseur und Newcomer Làzsló Nemes. Mit “Der Sohn von Saul”, seinem Filmdebüt über den Holocaust, galt er als Favorit für die Goldene Palme. Im Interview sagte Nemes: “Ich denke die jüngeren Generationen müssen mit dem Geschehen konfrontiert werden. Wir müssen offen darüber reden. Deswegen haben wir diesen Film gemacht”.

Nach der Goldenen Palme ging auch der Preis für den besten Schauspieler nach Frankreich: Die Jury ehrte den Franzosen Vincent Lindon für seine Verkörperung eines Langzeitarbeitslosen in “La loi du marché” (“Das Gesetz des Marktes”).

Den Preis der besten Schauspielerin teilen sich die US-Amerikanerin Rooney Mara und die Französin Emmanuelle Bercot. In dem Drama “Mon Roi” (“Mein König”)spielt sie an der Seite von Vincent Cassel eine Anwältin, die bei einem Skiunfall schwer verletzt wird.

Unser Korrespondent Frédéric Ponsard fasst das Festival in ein paar Sätzen zusammen: “Es ist ein schönes Ende für das 68. Filmfestival von Cannes : Ganz oben auf dem Podium zwei schlagkräftige Filme, die uns lange in Erinnerung bleiben werden. Das französische Kino heimst sich die drei wichtigsten Preise ein. Die Kühnheit, die Jugend, die Kreativität und das Chaos der Welt standen wieder einmal im Fokus des Wettbewerbs”.