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Strompreis hoch, Renten runter - was können die Griechen verkraften?

Absurd hat Griechenlands Regierungschef die Forderungen der Geldgeber erst am Freitag genannt Sein Finanzminister sagte jetzt zudem, solche

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Strompreis hoch, Renten runter - was können die Griechen verkraften?

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Absurd hat Griechenlands Regierungschef die Forderungen der Geldgeber erst am Freitag genannt

Meinung

Es gibt bei uns nichts mehr zu holen.

Sein Finanzminister sagte jetzt zudem, solche Vorschläge mache nur, wer gar keine Einigung wolle.

Klar ist: Für eine linksgeführte Regierung sind die sozialen Einschnitte, die sie durchsetzen soll, kaum zu vertreten.

Die griechische Durchschnittsfamilie habe in der Krise vierzig Prozent ihres Einkommens verloren, manche auch noch mehr, sagt der Wirtschaftsforscher Napoleon Maravegias.

Damit sei klar, das keine griechische Partei oder Regierung die Leute davon überzeugen könne, dass weitere Sparmaßnahmen die Lösung ihrer Probleme seien.

Zu solchen Sparmaßnahmen gehört eine höhere Mehrwertsteuer zum Beispiel auf Strom.

Hier zum Beispiel soll Griechenland das Geld auftreiben, das die Geldgeber im Gegenzug für weitere Hilfen erst einmal im Staatshaushalt sehen wollen.

“Das hat eine Dominowirkung, die meisten anderen Preise werden auch steigen”, sagt ein Mann in der Hauptstadt Athen. “So etwas ist doch in diesen Zeiten völlig fehl am Platz.”

Auch bei den Renten soll Griechenland weiter sparen, geht es nach EU, EZB und Weltwährungsfonds.

“Mir hat man schon zuviel Rente gekürzt”, meint eine Frau hier. “Jetzt reichts, es gibt bei uns nichts mehr zu holen.”

Zahlen der Regierung zeigen, dass schon bald die Hälfte der griechischen Rentner an oder unter der Armutsgrenze lebt.

Der größere Teil der Renten liegt demnach bei höchstens siebenhundert Euro.

Trotzdem ist klar, dass Griechenland aus eigener Kraft mehr Geld einnehmen und damit seine Schuldenlast verringern muss: So fordern die Gläubiger einen höheren Haushaltsüberschuss, als das Land bisher anbietet.

Eine Einigung sei “in den kommenden Tagen” noch möglich, sagt jetzt der für den Euro zuständige EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis.

Dombrovskis warnt aber auch: Man brauche politischen Willen, vor allem von der griechischen Seite – also weniger taktisches Manövrieren und mehr substanzielle Arbeit.

Die EU-Kommission wolle von den Griechen eine konstruktive Mitarbeit: “Es ist wichtig”, so Dombrovskis, “nicht nur zu sagen, welche Maßnahmen sie nicht wollen, sondern auch zu sagen, wozu sie stattdessen bereit sind.”