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Strompreis hoch, Renten runter - was können die Griechen verkraften?

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Von Euronews
Strompreis hoch, Renten runter - was können die Griechen verkraften?

<p>Absurd hat Griechenlands Regierungschef die Forderungen der Geldgeber erst am Freitag genannt</p> <p>Sein Finanzminister <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/yanis-varoufakis-im-interview-wir-haben-rote-linien-ueberschritten/11887860.html">sagte jetzt zudem, solche Vorschläge mache nur, wer gar keine Einigung wolle</a>.</p> <p>Klar ist: Für eine linksgeführte Regierung sind die sozialen Einschnitte, die sie durchsetzen soll, kaum zu vertreten.</p> <p>Die griechische Durchschnittsfamilie habe in der Krise vierzig Prozent ihres Einkommens verloren, manche auch noch mehr, sagt der Wirtschaftsforscher Napoleon Maravegias.</p> <p>Damit sei klar, das keine griechische Partei oder Regierung die Leute davon überzeugen könne, dass weitere Sparmaßnahmen die Lösung ihrer Probleme seien.</p> <p>Zu solchen Sparmaßnahmen gehört eine höhere Mehrwertsteuer zum Beispiel auf Strom.</p> <p>Hier zum Beispiel soll Griechenland das Geld auftreiben, das die Geldgeber im Gegenzug für weitere Hilfen erst einmal im Staatshaushalt sehen wollen.</p> <p>“Das hat eine Dominowirkung, die meisten anderen Preise werden auch steigen”, sagt ein Mann in der Hauptstadt Athen. “So etwas ist doch in diesen Zeiten völlig fehl am Platz.”</p> <p>Auch bei den Renten soll Griechenland weiter sparen, geht es nach EU, <span class="caps">EZB</span> und Weltwährungsfonds. </p> <p>“Mir hat man schon zuviel Rente gekürzt”, meint eine Frau hier. “Jetzt reichts, es gibt bei uns nichts mehr zu holen.”</p> <p>Zahlen der Regierung zeigen, dass schon bald die Hälfte der griechischen Rentner an oder unter der Armutsgrenze lebt.</p> <p>Der größere Teil der Renten liegt demnach bei höchstens siebenhundert Euro.</p> <p>Trotzdem ist klar, dass Griechenland aus eigener Kraft mehr Geld einnehmen und damit seine Schuldenlast verringern muss: So fordern die Gläubiger einen höheren Haushaltsüberschuss, als das Land bisher anbietet.</p> <p>Eine Einigung sei “in den kommenden Tagen” noch möglich, sagt jetzt der für den Euro zuständige EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis.</p> <p>Dombrovskis warnt aber auch: Man brauche politischen Willen, vor allem von der griechischen Seite – also weniger taktisches Manövrieren und mehr substanzielle Arbeit.</p> <p>Die EU-Kommission wolle von den Griechen eine konstruktive Mitarbeit: “Es ist wichtig”, so Dombrovskis, “nicht nur zu sagen, welche Maßnahmen sie nicht wollen, sondern auch zu sagen, wozu sie stattdessen bereit sind.”</p>