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Rumänien: Verkehrsminister Rus tritt zurück

Der rumänische Verkehrsminister Ioan Rus ist zurückgetreten. Er hatte zuvor mit Äußerungen über Auslandsrumänen parteiübergreifend für Empörung

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Der rumänische Verkehrsminister Ioan Rus ist zurückgetreten. Er hatte zuvor mit Äußerungen über Auslandsrumänen parteiübergreifend für Empörung gesorgt. Der Sozialist nannte es ein Problem, dass die vielen im Ausland arbeitenden Familienväter ihre Angehörigen zu Hause ließen. Das führe dazu, dass sich ihre Kinder zu “Flegeln” entwickelten und ihre Ehefrauen zu “Prostituierten”.

Meinung

Die Kinder entwickeln sich zu Flegeln und die Ehefrauen zu Prostituierten

Der Verband der Auslandsrumänen FADERE nannte die Aussage eine “verantwortungslose Beleidigung”. In den vergangenen sieben Jahren hätten Auslandsrumänen 35 Milliarden Euro nach Hause geschickt. Die etwa drei Millionen im Ausland lebenden Rumänen gelten zu Hause auch als wichtiger politischer Faktor. Nach Einschätzung von Wahlforschern haben sie das Ergebnis der Präsidentenwahl vom
letzten Herbst entschieden.

Misstrauensvotum gegen Ponta

Der Rücktritt erfolgte kurz vor einem Misstrauensvotum im Parlament an diesem Freitag gegen Ministerpräsident Victor Ponta. Die Staatsanwaltschaft wirft Ponta Geldwäsche und Beihilfe zur Steuerhinterziehung vor. Am Dienstag hatte es das Parlament abgelehnt, die Immunität Pontas aufzuheben. Fast Zwei-Drittel der Abgeordneten hatten für den Ministerpräsidenten gestimmt. Die Korruptionsermittlungen können aber dennoch fortgesetzt werden.