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Frankreich: Brennende Reifen und Verhaftungen bei Taxifahrerprotest

In Frankreich eskaliert der Protest der Taxifahrer gegen den Fahrdienstvermittler Uber. Auf Schnellstraßen in Paris kam es zu Jagdszenen zwischen

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Frankreich: Brennende Reifen und Verhaftungen bei Taxifahrerprotest

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In Frankreich eskaliert der Protest der Taxifahrer gegen den Fahrdienstvermittler Uber. Auf Schnellstraßen in Paris kam es zu Jagdszenen zwischen Polizisten und Demonstranten. Landesweit blockierten laut Polizei 2800 Taxifahrer wichtige Straßen und lösten ein Verkehrschaos aus. In Paris flogen Wurfgeschosse, Autos wurden umgeschmissen, es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Taxifahrern und Fahrern anderer Chauffeurdienste. Die Demonstranten errichteten Blockaden mit brennenden Reifen. Laut Innenministerium gab es bis zum Abend zehn Festnahmen, sieben Polizisten wurden verletzt und 70 Autos wurden beschädigt.

Auch die Zufahrtsstraßen zu den Flughäfen Orly, Charles de Gaulle und Roissy wurden zeitweise blockiert. Menschen, die ihr Flugzeug erreichen wollten, beeilten sich zu Fuß ans Terminal zu kommen. Auch US-Sängerin Courtney Love geriet in die Gemengelage. Wie sie auf Twitter mitteilte, wurde das Auto, in dem sie unterwegs war, beschädigt. Sie bezahlte Motorradfahrer, um den Chaos zu entkommen, schrieb sie.

Der Zorn der Taxifahrer richtet sich gegen die Applikation UberPop, mit der Privatleute bezahlte Fahrten anbieten können. Sie klagen, dass sie Zehntausende Euro für eine Lizenz ausgeben müssen – der Wettbewerb mit den nicht professionellen Fahrern, die keine Steuern und Versicherung bezahlen, sei unfair. Uber wurde im Herbst verboten, der Rechtsstreit läuft jedoch noch. Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte an, härter gegen die “illegale Ausübung des Taxiberufs” vorzugehen.