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Südafrika: Abschlussbericht nach Blutbad von Marikana mit 34 Toten

Drei Jahre ist das Blutbad am südafrikanischen Marikana-Bergwerk her: Nun liegt dazu ein abschließender Bericht vor. An jenem Tag hatten Polizisten

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Südafrika: Abschlussbericht nach Blutbad von Marikana mit 34 Toten

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Drei Jahre ist das Blutbad am südafrikanischen Marikana-Bergwerk her: Nun liegt dazu ein abschließender Bericht vor.

An jenem Tag hatten Polizisten 34 streikende Bergleute erschossen – ein beispielloser Vorfall, noch dazu im neuen, demokratischen Südafrika, lange nach der Zeit der Rassentrennung.

Schon in den Tagen zuvor hatte es aber tödliche Ausschreitungen gegeben; unter den zehn Opfern dabei waren auch zwei Polizisten.

Der Bericht, angefertigt von einer Kommission unter dem ehemaligen Richter Ian Farlam, sieht nun Mitschuld an den Ereignissen sowohl bei der Polizei als auch beim Bergwerkbetreiber Lonmin und bei den Gewerkschaften.

So habe Lonmin seine Arbeiter, die nicht streikten, zur Arbeit beordert, obwohl es ihre Sicherheit dort nicht gewährleisten konnte.

Die Gewerkschaften hätten die Stimmung angeheizt und ihre Mitglieder letztlich nicht unter Kontrolle gehabt.

Auch die Streikenden selbst nimmt der Bericht in seiner Kritik nicht aus.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hat den Bericht in Auftrag gegeben und stellt ihn vor so spricht er von Fehlern im Einsatzplan der Polizei.

Die Kommission, so Zuma, komme zu dem Schluss, mit diesem Plan seien Entwaffnung und Auflösung der streikenden Menge ohne großes Blutvergießen unmöglich gewesen.

Empfehlungen richten sich unter anderem auf Reformen in der Polizeiarbeit und -ausbildung; dazu sollen Erfahrungen aus aller Welt herangezogen werden.

Außerdem empfiehlt der Bericht, die strafrechtliche Verantwortung der beteiligten Polizisten zu untersuchen.