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Nach Anschlag in Suruc: Türkei verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Nach dem Attentat in der Türkei will die Regierung in Ankara nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Syrien verstärken. Noch

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Nach Anschlag in Suruc: Türkei verschärft Sicherheitsmaßnahmen

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Nach dem Attentat in der Türkei will die Regierung in Ankara nach eigenen Angaben die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Syrien verstärken. Noch am Montag sprach Ministerpräsident Ahmet Davutoglu von einem Terroranschlag. Alles deute darauf hin, dass die Miliz “Islamischer Staat” für den Anschlag verantwortlich sei.

“Die Sicherheitsmaßnahmen an der Grenze zu Syrien werden verstärkt. Doch die Bevölkerung muss sich bewusst sein, dass Spannungen, Instabilität und Auseinandersetzungen in Ländern der Region, Auswirkungen auf den inneren Frieden in der Türkei haben können”, so Davutoglu.

Nach Angaben der türkischen Tageszeitung Hürriyet soll ein 18-jähriges Mädchen den Selbstmordanschlag verübt haben. Diese Angaben wurden von türkischen Behörden jedoch nicht bestätigt.

31 Tote bisher bestätigt

Bei dem mutmaßlichen Selbstmordanschlag in der türkisch-syrischen Grenzstadt Suruc kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, rund 100 wurden verletzt. Darunter zahlreiche junge Menschen. Der Sprengsatz war nach Medienangaben im Garten eines Kulturzentrums in der Innenstadt von Suruc detoniert. Zum Zeitpunkt der Explosion diskutierten dort 300 Mitglieder einer sozialistischen Jugendorganisation Wiederaufbaupläne für die benachbarte syrische Stadt Kobane.

Proteste in türkischen Städten

In zahlreichen türkischen Städten gingen Menschen aus Protest gegen das Attentat auf die Straße. “Der ‘Islamische Staat’ wird verlieren, unser Volk wird siegen” stand etwa auf einem der Banner. In Istanbul setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas ein und löste die zuvor friedlichen Proteste auf. Vor allem Kurden werfen der türkischen Regierung eine zögerliche Haltung auf die Gewalt im Nachbarland Syrien vor – wie schon bei den Hilfen für Kobani im vergangenen Jahr.

Sollte sich bestätigen, dass die IS-Miliz hinter dem Anschlag in Suruc steckt, so wäre es das erste Attentat der Extremisten in der Türkei und in einem NATO-Land.