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Straßenblockade für Lebensmittelimporte: Französische Bauern sprechen von Etikettenschwindel

Demonstrierende französische Landwirte haben am Montag mit Blockaden an den Grenzen zu Spanien und Deutschland hunderte Lebensmitteltransporter

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Straßenblockade für Lebensmittelimporte: Französische Bauern sprechen von Etikettenschwindel

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Demonstrierende französische Landwirte haben am Montag mit Blockaden an den Grenzen zu Spanien und Deutschland hunderte Lebensmitteltransporter aufgehalten. Sie beklagen Dumpingpreise und sprechen von Etikettenschwindel bei Importwaren.

“Deutsches Produkt, französische Aufschrift und kein Etikett mit dem Herstellungsort. Skandalöser geht es nicht”, sagte ein aufgebrachter Protestierender mit einer Kiste Petersilie in den Händen, die er kurz zuvor aus einem aufgebrochenen LKW geholt hatte.

“Wenn der Konsument heute Petersilie kauft, glaubt er ein lokales Produkt aus der Betagne zu erstehen”, so Winzer Didier Pettermann. “Statt dessen bekommt er ein Produkt unbekannter Herkunft.”

Etwa 1000 Landwirte beteiligten sich im Schichteinsatz an den Blockaden, so die organisierenden Gewerkschaften und Bauernverbände. Seit Tagen demonstrieren sie wegen eines Preisverfalls bei ihren Produkten, jeder zehnte Betrieb steht vor dem Bankrott.

Der deutschen Konkurrenz werfen sie Dumpingpreise durch den Einsatz osteuropäische Erntehelfer vor. “In unseren beiden Ländern und anderen Nachbarländern gelten nicht dieselben Regeln. Die Produktionskosten sind deshalb niedriger als bei uns, mit unseren Normen und Abgaben”, so Guilaume Darrouy von der Gewerkschaft Junger Landwirte (JA). Frankreich sei strikter und die Kosten höher.

Etwa 400 LKW kehrten allein an der deutsch-französischen Grenze im Elsass um. Die im Zuge der Aktion buchstäblich aus dem Verkehr gezogenen Lebensmittel wollen die Bauern nun Suppenküchen und Obdachlosenheimen spenden.