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Jagen in Afrika: ein Pavian für 100 Dollar

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Jagen in Afrika: ein Pavian für 100 Dollar

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Der Fall von Cecil dem Löwen, der von einem amerikanischen Zahnarzt getötet wurde, hält in diesen Tagen die Netzwelt in Atem. Er steht beispielhaft für das tragische Schicksal zahlreicher Tiere: denn das Jagen ist in Afrika legal und macht viele Menschen reich.

Was kostet der Löwe?

Unternehmen verkaufen das Leben der Tiere paketweise: Je nachdem, welche “Trophäe” der Wildtier-Jäger von seiner Reise mit nach Hause bringen will, kann er etwa eine Sieben-Tages-Tour buchen, bei der für 3.600 US-Dollar fünf Tiere getötet werden können. “Für eine Löwen-Jagd bietet das Unternehmen “Luxuryhunts” (Luxusjagd) eine 10-tägige Reise für 50.000 US-Dollar an”:http://www.luxuryhunts.com/index.html.

Die Preise variieren generell von Land zu Land. Löwen und Elefant führen jedoch in den meisten Länder die Preislisten an. Ein Pavian dagegen ist bereits – ganz legal – für 100 US-Dollar zu haben. Auch auf Auktionen sind Jagd-Lizenzen für teures Geld zu erstehen, wie etwa von der ““Park und Wildtierverwaltungsbehörde” Zimbabwes”:http://www.desiredauctioneers.co.zw/#download.

Auf den Webites von Veranstaltern gehören Südafrika, Namibia und Zimbabwe zu den beliebtesten Reiseziele von Wildtier-Jägern. In Kenia wurde die kommerzielle Jagd im Jahr 1977 abgeschaffft, in Botswana im Januar 2014. In Zambia dürfen Löwen und andere gefährdete Großkatzen seit 2013 nicht mehr getötet werden. In den restlichen Ländern des Kontinents ist die Jagd weitestgehend erlaubt.

Kommerzielle Jagd als Tierschutz – die Argumente der Befürworter

Befürworter des Jagdtourismus sind der Meinung, dass das investierte Geld der sogenannten “Trophäen-Jagd” dem Schutz der Tiere zugute kommt. Es gebe einen Anreiz, natürliche Lebensräume zu wahren und kurbele den Tourismus an. Gleichzeitig werde durch die weitestgehend kontrollierte Art zu jagen, das Wildern beschränkt.

Nathan Askew ist selbst Safari-Veranstalters und leidenschaftlicher Jäger. Auf seiner Website schreibt er: “Ich habe mein Leben lang dafür gearbeitet, Wildgebiete zu vergrößern und den Tieren mehr Raum zu schaffen. Das Geld meiner Kunden hat das möglich gemacht. Auch das Geld, das an den Staat gezahlt wird erlaubt solche Arbeit. […] Das Geld kommt den Nationalparks, Kontrollen gegen Wilderer, Tierstudien und der Ausbildung Einheimischer zugute.”

Doch nicht nur Jäger verteidigen die These. In einem Gastkommentar schreibt Laurence Frank, Direktor der kenianischen Beobachtungsgruppe Living With Lions, dass das Verbot der kommerziellen Jagd auch Probleme mit sich bringe. In Kenia sei die Population wilder Tiere um 70 Prozent zurückgegangen. Grund dafür, so Frank, sei, dass die Tiere für Einheimische keinen Wert hätten sondern sie seien oft Störenfriede, derer sie sich entledigen wollen. Die Regierung hat keinen Grund die Tiere zu schützen, da kein Geld damit verdient werden könne. Vor allem habe die Wilderei seit 1977 zugenommen. Als Trophäen würden vor allem alte Tiere geschossen, die für den Erhalt der Populationen eine geringere Bedeutung hätten.

In einem Video erklärt Mikkel Legarth aus Dänemark, “wie das Verbot, Löwen zu schießen die Tiere tötet”.

Fotos statt Tiere schießen – eine Lösung?

Um der kommerziellen Jagd den Garaus zu machen, schlägt die Wissenschaftszeitschrift Smithsonian vor, den Fototourismus in Afrika zu fördern. Begäben sich Touristen demnächst auf die Jagd nach einem besonders einzigartigen Photo, so die Theorie, könnten Tierarten in Zukunft vor dem Erschießungstod geschützt werden. Mit Fototourismus könne 39 mal mehr Geld gemacht werden als mit der kommerziellen Jagd”:http://www.smithsonianmag.com/travel/should-trophy-hunting-of-lions-be-banned-155657735/#KmI531ybGurlS87a.99.

Für mehr Informationen besuchen Sie die Website der IUCN, der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen. Dort sind unter anderem Informationen zu Wildtierbeständen der jeweiligen Länder pro Kontinent veröffentlicht.