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Grenzzäune gegen Flüchtlinge: Darf man das?

Unsere Zuschauerin Laura aus Lyon in Frankreich hat folgende Frage gestellt: “Um den Flüchtlingsstrom aufzuhalten, haben Länder wie Ungarn

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Grenzzäune gegen Flüchtlinge: Darf man das?

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Unsere Zuschauerin Laura aus Lyon in Frankreich hat folgende Frage gestellt: “Um den Flüchtlingsstrom aufzuhalten, haben Länder wie Ungarn Schutzzäune errichtet. Ist das rechtens? Und ist das die beste Lösung, um illegale Einwanderung einzudämmen?”

Elisabeth Vallet von der Universität Quebec in Montreal gibt die Antwort:

“Ist das rechtens? Es ist schwer, darauf eine einfache Antwort zu finden. Es gibt zwei Betrachtungsweisen: den Blickwinkel internationales Recht und den Blickwinkel Emigrationsfreizügigkeit.

Es ist illegal, weil man Menschen nicht am Durchgang hindern darf. Aber es ist legal, weil die Mehrheit der Staaten diese Zäune auf ihrem Hoheitsgebiet errichten. Die Souveränität ihres Hoheitsgebietes ist zu respektieren, da endet das internationale Recht. Vor dem Fall der Berliner Mauer gab es weltweit rund zehn Mauern. Dann wurde gesagt, das sei das Ende, doch das war eine Illusion. Im Schengen-Raum und in der nordamerikanischen Freihandelszone ALENA gehören Grenzen der Vergangenheit an, doch darüber hinaus sind sie noch sehr präsent.

Heute gibt es 65 Mauern. Das ist enorm, dabei wissen wir, dass sie nicht helfen. Durch Mauern werden Engstellen geschaffen, die den Flüchtlingsstrom in gewisse Länder umleiten, die dann überschwemmt werden. Dieses Phänomen gibt es in Mazedonien, in den ungarischen Grenzgebieten, und wir sehen die Probleme in Griechenland.

Der Strom wird umgeleitet und im schlimmsten Fall führt das dazu, dass sich die Flüchtlinge auf Schleuser einlassen.

Letztlich fördert das illegale Geschäftszweige, die auf Kosten der Flüchtlinge immer mafiöser agieren, doch die Menschen werden trotzdem weiterhin kommen.

Man muss über Grenzen und über das Mittelmeer hinausschauen und sich fragen, was wir tun können, um diesen Menschen zu helfen, damit sie lieber zu Hause bleiben.”

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