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EU-Migrationskommissar in Budapest: "Gewalt ist auch keine Lösung"

EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos hat bei einem Besuch in Ungarn die Errichtung des Zauns an der Grenze zu Serbien kritisiert. Grenzzäune

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EU-Migrationskommissar in Budapest: "Gewalt ist auch keine Lösung"

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EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos hat bei einem Besuch in Ungarn die Errichtung des Zauns an der Grenze zu Serbien kritisiert.

Meinung

Grenzzäune sind eine temporäre Lösung

Grenzzäune könnten zu Gewalt führen, sagte Avramopoulos.

Mit Nachdruck verlangte er, dass insbesondere den syrischen Flüchtlingen geholfen werde. Dies sei eine “Christen-Pflicht”.

Für jemanden, der aus Syrien komme, gebe es keine Mauer, die er nicht übersteigen würde, so Avramopoulos:

“Nun, Grenzzäune sind eine temporäre Lösung, die eher eine Aufsplitterung der Menschenströme und eine Eskalation der Lage fördern. Und ich denke Sie stimmen mit mir überein, dass Gewalt auch keine Lösung ist.”

Griechenland steht im Fokus der Kritik aus der ungarischen Regierung. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó schlug der
EU-Kommission vor, die Ostgrenze Griechenlands mit eigenen Mitteln zu kontrollieren:

“Ich setze mich für eine EU-Eingreiftruppe zum Schutz der Grenzen Griechenlands ein. Wir sind bereit, uns daran zu beteiligen. Die EU sollte Flüchtlingszentren in Jordanien, Libanon, Irak und der Türkei finanzieren. Wenn Bedarf an neuen Camps besteht, sollten wir uns auch darum kümmern und um eine Unterbringung gemäß international geltender Bestimmungen. Dafür sollten EU-Gelder fließen.”

Der EU-Migrationskommissar kommentierte die Vorschläge des Außenministers zunächst nicht. Er machte sich ein Bild von einer Erstaufnahmeeinrichtung rund 40 Kilometer von Budapest entfernt, wo bis vor kurzem zahlreiche Flüchtlinge untergebracht waren.

euronews-Korrespondentin Andrea Hajagos:

“Der EU-Migrationskommissar besuchte auch diese Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Bicske, zu der Journalisten keinen Zutritt haben. Wir wissen nicht, warum gerade diese Unterkunft ausgesucht wurde, zumal sich hier kaum noch Flüchtlinge aufhalten.”