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Willkommen in Westeuropa: Flüchtlinge zwischen Freiwilligen und Geschäftemachern

In Österreich beginnt für Flüchtlinge und Migranten auf der Balkanroute eigentlich ein sicherer, geordneter Abschnitt. Doch in Nickelsdorf hinter der

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Willkommen in Westeuropa: Flüchtlinge zwischen Freiwilligen und Geschäftemachern

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In Österreich beginnt für Flüchtlinge und Migranten auf der Balkanroute eigentlich ein sicherer, geordneter Abschnitt. Doch in Nickelsdorf hinter der ungarisch-österreichischen Grenze warten neben den österreichischen Behörden und idealistischen Freiwilligen auch Geschäftemacher.

Der Koch Johann Steiner gehört zur Gruppe der freiwilligen Helfer: “Ich habe vor einer Woche mit einem Freund eine syrische Familie bei mir zu Hause aufgenommen. Darunter waren zwei Babies, ein kleines Mädchen, die Mutter und der Vater. Die haben wir von unserem eigenen Geld versorgt, haben ihnen Essen gegeben und Kleider, sie haben sich bei uns waschen und duschen können.”

Ein weiterer Freiwilliger, Bernhard Eggerer-Sauer, nimmt regelmäßig Flüchtlinge und Migranten von Nickelsdorf nach Wien im Auto mit – und das, anders als viele wartende Berufsfahrer an der Grenze, ebenfalls auf eigene Kosten.

“Ich frage die nicht um Geld, niemals”, sagt Eggerer-Sauer. “Ich nehme keinem Menschen Geld weg, der kein Geld hat. Wir haben in Europa so viel, und wir können genug geben. Und wenn andere Leute Geld von denen nehmen, dann ist das in meinen Augen ein Verbrechen.”

Denn viele Ankömmlinge bezahlen für die 70 Kilometer lange Fahrt Geld: manche den regulären Preis von etwa 150 Euro pro Taxi, manche aber auch denselben Preis pro Person oder noch höherer Wuchersummen. Sie haben kein Vertrauen in Regierungsbehörden und es machen Gerüchte die Runde, die Gratis-Busse würden gar nicht wie versprochen nach Wien fahren. Gestreut werden solche Fehlinformationen offenbar auch von Geschäftemachern.

Euronews-Reporterin Andrea Hajagos: “Diese Autos und Taxis warten hier, um Flüchtlinge für Geld nach Wien zu bringen. Viele Flüchtlinge und Migranten entscheiden sich für diesen teuren Weg, weil sie Angst haben, mit den Bussen in Flüchtlingslager gebracht zu werden.”