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Österreich schickt Flüchtlinge zurück nach Bulgarien und Rumänien

Für viele Flüchtlinge in Europa könnte Österreich die nächste Sackgasse werden. Das Land hat damit begonnen, Flüchtlinge in andere europäische Länder

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Österreich schickt Flüchtlinge zurück nach Bulgarien und Rumänien

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Für viele Flüchtlinge in Europa könnte Österreich die nächste Sackgasse werden. Das Land hat damit begonnen, Flüchtlinge in andere europäische Länder zurückzuschicken. Die südeuropäischen Transitländer müssten sich auf Tausende abgewiesene Migranten aus dem Norden einstellen, sagte Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Die Migranten würden beispielsweise in Serbien und Kroatien kaum Asylanträge stellen, obwohl bereits diese Länder sicher seien. “Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, haben wir in Österreich – glaube ich – mehr als 5.000 oder 5.500 Menschen zurückgebracht, hier vor allem auch nach Bulgarien, Rumänien.”

In Berlin äußerte sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Regierungserklärung im Bundestag zur aktuellen Flüchtlingskrise. Sie machte erneut klar, dass aus ihrer Sicht die Chancen durch den Zuzug von Flüchtlingen die Risiken übersteigen. Die Entscheidung des jüngsten Sondergipfels über eine Verteilung von 120.000 Flüchtlingen innerhalb der EU nannte sie einen “ersten Schritt”.

Es könne aber nicht bei dieser punktuellen Umverteilung bleiben. Nötig sei dagegen eine faire und dauerhafte Lösung für die Verteilung der Flüchtlinge in Europa. Nun müsse die EU in der Praxis zeigen, dass ihre Werte tatsächlich gälten.

Die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland aus Richtung ankamen war in den vergangenen Wochen stark gestiegen – vor allem aus Richtung Österreich. Nach Angaben der bayerischen Staatsregierung kamen in den ersten drei Septemberwochen mehr als 135.000 Menschen an. Das sind so viele, wie in den ganzen neun Monaten zuvor insgesamt.

 

Statistik: Zuwanderer in Deutschland

Zuwanderer haben die Bevölkerung in Deutschland 2014 so stark wachsen lassen wie seit 22 Jahren nicht mehr. 81,2 Millionen Menschen lebten Ende vergangenen Jahres in der Bundesrepublik. Das waren 430.000 mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Höher war der Zuwachs zuletzt 1992 infolge der Balkankriege mit 700.000 Menschen. 2013 war die Zahl der Einwohner um rund 244.000 gestiegen.