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Unterhaus-Abstimmung über Luftschläge in Syrien: "Man kann Gedankengut nicht bombardieren"

Vor der Parlamentsabstimmung über britische Luftangriffe auf die Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien haben in London mehrere tausend Menschen

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Unterhaus-Abstimmung über Luftschläge in Syrien: "Man kann Gedankengut nicht bombardieren"

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Vor der Parlamentsabstimmung über britische Luftangriffe auf die Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien haben in London mehrere tausend Menschen gegen mögliche Militärschläge protestiert.

Meinung

Wir können Syrien nicht einfach bombardieren

Zu der Demonstration, die auch zu den Parteizentralen der Konservativen und der Labour-Partei führte, hatten Aktivisten des Bündnisses “Stop the War Coalition” aufgerufen.

Das Unterhaus wird heute über das Vorhaben debattieren und voraussichtlich am späten Abend abstimmen. Ein Ja zu den Luftangriffen gilt als sicher. Eine Demonstrantin kritisierte:

“Wir scheren uns nicht um die Menschen, sondern um ein Land unter der Fuchtel der IS-Miliz. Aber so einfach ist das nicht. Unschuldige Menschen, darunter Kinder, werden getötet.”

Eine andere Demonstrantin erklärte:

“Man kann Gedankengut nicht bombardieren. So lässt sich die ganze Debatte wohl zusammenfassen. Für mich ist das kein Kinderspiel. Wir können Syrien nicht einfach bombardieren.”

Premierminister David Cameron betont seit Wochen, die Luftangriffe seien Teil einer “umfassenden Strategie”, doch hat er diese bislang nicht bis ins Detail erklärt.

Eine Mehrheit für Camerons Pläne scheint trotz einiger konservativer Abweichler gesichert: Oppositionschef Jeremy Corbyn hat den Abgeordneten seiner Labour-Partei zugestanden, ihrem Gewissen zu folgen und frei zu entscheiden. Bis zu 100 von ihnen könnten Medienberichten zufolge mit der regierungskonform stimmen und so für das von Cameron gewünschte starke Mandat sorgen.

Eine britische Zeitung titelt an diesem Mittwoch: Corbyn, “der Terror-Sympathisant”

Im Irak beteiligen sich die Briten bereits unter US-Führung an Luftschlägen gegen die IS-Miliz. Ende dieser Woche könnten Einsätze in Syrien folgen.

Kritiker befürchten, dass Fehler des Irak- und des Afghanistankrieges wiederholt werden und die Terrorgefahr in Großbritannien steigt.