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IS-Rundfunk: "Todesschützen von San Bernardino sind Soldaten des IS"


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IS-Rundfunk: "Todesschützen von San Bernardino sind Soldaten des IS"

Die IS-Dschihadisten haben sich zu der Schießerei im kalifornischen San Bernardino bekannt. Zwei ihrer Anhänger hätten “Gott-sei-Dank 14 Menschen” erschossen. Gott möge sie als Märtyrer annehmen, hieß es in einer Meldung des offiziellen IS-Rundfunksenders Al Bayan in Mossul.

In der Meldung des englischen Al-Bayan-Programms wurden dann aus den “IS-Anhängern” sogar, “Soldaten des IS”. Eine Erklärung für die Unstimmigkeit gibt es nicht.

Das FBI ermittelt inzwischen wegen Terrorismus. Der Todesschütze Syed Farook (28), stand in Kontakt mit zwei ausländischen Dschihadistengruppen, der syrischen Al-Nusra Front und den somalischen Al-Schababmilizen.

Seine Frau Tashfeen Malik (29), hatte in einem Facebook-Eintrag IS-Kalif Abu Bakr Al-Baghdadi Treue geschworen. Wie die Los Angeles Times unter Berufung auf FBI-Ermittler berichtet, erfolgte das Posting unter falschem Namen und wurde offenbar von Malik selbst wieder gelöscht. Es konnte aber von FBI-Technikern wiederhergestellt werden.

Allerdings haben die Ermittler bislang keinerlei Beweise dafür, dass das Paar einer Zelle oder einem Extremistennetzwerk angehörte.

Im Haus der Todesschützen wurden 4.500 Schuss Munition und 12 Rohrbomben sowie mehrere zerstörte Datenträger gefunden.

Die Nachbarn sind geschockt.

“Vollkommen irre, auf der anderen Straßenseite, so viele Bomben”, ist Nachbarin Andrea entsetzt.

“Das macht Angst. Es ist eine ruhige Gegend, sehr ruhig, sehr nett. Jeder kennt jeden und wir hätten das nicht in unserer Nachbarschaft erwartet”, findet Nachbar David.

US-Präsident Barack Obama rief die Bevölkerung auf, sich nicht terrorisieren zu lassen und versprach, die Motive für den Anschlag herauszufinden: “Wir wissen, dass ISIL und andere Terrorgruppen Menschen in aller Welt und auch in unserem Land aktiv ermutigen, fürchterliche Gewaltakte zu begehen, oft als Einzelgänger. Und selbst wenn wir daran arbeiten, solche Anschläge zu vereiteln, bleiben wir alle, Politiker, Ordnungshüter, Gemeinde- und Religionsführer, aufgerufen, zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass Menschen dieser hasserfüllten Ideologie auf den Leim gehen”, erklärte Obama in seiner wöchentlichen Internetansprache.

Helle Aufregung herrschte in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) im UPS-Verteilzentrum in San Bernardino. Dort wurde ein Paket entdeckt, dass an die Todesschützen adressiert war. Das Zentrum wurde evakuiert. Das Päckchen stellte sich allerdings als harmlos heraus, es handelte sich um eine Lieferung der Kaufhauskette Sears.

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