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Nach Silvesterangriffen: Angst vor Gewalt gegen Ausländer

Nach den Silvesterangriffen auf Frauen in mehreren deutschen Städten wächst nun auch die Sorge vor Vergeltungsaktionen rechter Schläger. Am Sonntag

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Nach Silvesterangriffen: Angst vor Gewalt gegen Ausländer

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Nach den Silvesterangriffen auf Frauen in mehreren deutschen Städten wächst nun auch die Sorge vor Vergeltungsaktionen rechter Schläger. Am Sonntag wurden in Köln bereits mehrere Ausländer attackiert. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière verurteilte jegliche Gewalt, egal, aus welcher Richtung.

“Wenn Asylbewerber als ‘Viehzeug’ beschimpft werden, sie selbst oder ihre Asylunterkünfte angezündet werden, wenn verantwortliche Politiker dieses Landes als ‘Deutschlandabschaffer’, als ‘Hoch-’ oder ‘Volksverräter’ verleumdet werden, wenn Medien als ‘Lügenpresse’ diffamiert wird, oder auch wenn Asylbewerber Frauen, die über die Straße gehen, als ‘Schlampen’ bezeichnen – all das ist schlechterdings inakzeptabel.”

Unterdessen sehen sich Medien und Politiker mit dem Vorwurf konfrontiert, die Herkunft der Täter lange verschwiegen zu haben, unter denen überwiegend Ausländer und viele Flüchtlinge sind. Der Vorsitzende der CDU in NRW, Armin Laschet sagte: “Gibt es vielleicht sogar eine Weisung aus dem Innenministerium an die Polizei, dass man bestimmte Täterherkunft nicht erwähnen soll? Wenn das so wäre, ist das ein Fall, der wirklich gesellschaftspolitisch gefährlich ist.”

Inzwischen sind nach den Silvesterübergriffen mehr als 600 Anzeigen aufgegeben worden. Die Polizei in Köln ermittelt derzeit gegen 19 Tatverdächtige. Keiner habe die deutsche Staatsbürgerschaft, so das Innenministerium Nordrhein-Westfalens. Zehn der 19 Tatverdächtigen sind dem Bericht zufolge Asylbewerber. Neun der Verdächtigen seien vermutlich illegal in Deutschland. Niemand von ihnen habe einen Wohnsitz in Köln.

Derweil halten Proteste gegen sexistisch und rassistisch motivierte Gewalt an, auch international. Die römische Zeitung “Il Messaggero” rief unter dem Hashtag #tutteacolonia (alle nach Köln) Frauen aus aller Welt dazu auf, am 4. Februar für einen Protestzug in die deutsche Stadt zu reisen. Am Tag der Weiberfastnacht sollen die Teilnehmerinnen gemeinsam in Köln zeigen, dass sich Frauen nicht einschüchtern lassen, wie das Blatt schrieb. Es hatte bereits kurz nach den Angriffen in der Silvesternacht in Köln dazu aufgerufen. Jetzt gab es prominente Unterstützung für den Aufruf, unter anderem von Italiens stellvertretender Senatspräsidentin Valeria Fedeli.