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Abgas-Razzia bei Renault - Verdacht vernichtet 5 Milliarden Euro Börsenwert

Für Renault war es der mieseste Börsentag seit Erstnotiz der Aktie 1994. Vier Monate nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals sind beim französischen

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Abgas-Razzia bei Renault - Verdacht vernichtet 5 Milliarden Euro Börsenwert

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Für Renault war es der mieseste Börsentag seit Erstnotiz der Aktie 1994. Vier Monate nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals sind beim französischen Konkurrenten die Behörden zu einer Razzia angerückt.

Drei seiner Werke seien im Rahmen einer Überprüfung von Abgasmesswerten durchsucht worden, bestätigte die Autofirma nach einer Meldung der Gewerkschaft CGT.

Renault-Aktien verloren daraufhin zeitweise knapp 23 Prozent an Wert, macht auf einen Schlag rund fünf Milliarden Euro weniger Unternehmenswert.

Wie Renault mitteilte, durchsuchten die Ermittler die Zentrale des Konzerns bei Paris sowie zwei Technikzentren. Auch Material werde geprüft. Ein Gewerkschaftsvertreter sagte, die Geschäftsräume von Renault seien bereits vergangene Woche durchsucht worden waren. “Das Management hat zwar nicht bestätigt, dass es sich um die Stickoxid-Emissionen dreht. Betrachtet man aber die durchsuchten Geschäftsbereiche, könnte da ein Zusammenhang bestehen”, sagte Gewerkschafter Florent Grimaldi. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission untersucht derzeit 100 Fahrzeugmodelle französischer Autobauer, darunter 25 von Renault. Der Hersteller teilte mit, bis Ende Dezember seien vier seiner Modelle getestet und “kein Hinweis auf eine Betrugssoftware” entdeckt worden.

Auch Renaults deutscher Partner Daimler, der in einigen Fahrzeugen Motoren der Franzosen einsetzt, bekräftigte, dass zu keinem Zeitpunkt Schummelsoftware eingebaut worden sei.

Europas größter Hersteller Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, Stickstoffwerte bei Diesel-Autos geschönt zu haben. Weltweit ist eine Software, die den Stickoxid-Ausstoß nur auf dem Prüfstand unter den Grenzwert senkt, in elf Millionen Autos eingebaut. Seit dem Bekanntwerden der Manipulation steht auch die Konkurrenz unter besonderer Beobachtung von Behörden, Justiz und Öffentlichkeit.

Renault wie auch PSA Peugeot Citroën hatten schon nach dem Skandal bei Volkswagen beteuert, dass bei ihnen keine ähnlichen Betrügereien stattgefunden hätten. Ein Topmanager von Renault räumte Ende letzten Jahres in einem Interview mit «Le Figaro» allerdings ein, dass auch bei französischen Herstellern zwischen den im Labor gemessenen und für die Einhaltung der Normen relevanten Abgaswerten und denen draußen im Straßenverkehr erhebliche Diskrepanzen bestünden.

su mit Reuters