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Präsidentschaftswahlen in Portugal: Maria de Belém, die engagierte Sozialistin

Maria de Belém war die erste Präsidentin der portugiesischen Sozialistischen Partei, PS, zwischen 2011 und 2014. Sie ist jedoch bei den

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Präsidentschaftswahlen in Portugal: Maria de Belém, die engagierte Sozialistin

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Maria de Belém war die erste Präsidentin der portugiesischen Sozialistischen Partei, PS, zwischen 2011 und 2014. Sie ist jedoch bei den Präsidentschaftswahlen nicht die offizielle Kandidatin des PS, denn 2014 unterstützte sie nicht António Costa, den aktuellen Generalsekretär der Partei. Die fehlende Rückendeckung scheint sie nicht zu stören: “Ich habe immer gesagt, dass ich mit dieser Einstellung einverstanden bin. Als unabhängiger Kandidat anzutreten ist das Recht von jedem Bürger. Es ist alles sehr friedlich.”

Meinung

Unsere Gesellschaft ist derzeit sehr geteilt. Es fehlt an sozialer Solidarität.

Manche Sozialisten unterstützen sie jedoch, wie z.B. der Kulturminister João Soares. Bei dem Besuch eines Altenheims, versichert ihr eine Rentnerin: “Du bist die Richtige für den Job. Meine Stimme hast Du.” Maria de Belém betont: “Meine Priorität ist, den Ruf des Landes zu verbessern. Das ist wirklich sehr wichtig. Ein Weg, um das zu erreichen, ist auf die Wissenschaften und die Forschung zu setzen. Wir müssen zeigen, was für Möglichkeiten es bei uns auf dem Gebiet der Forschung gibt. Das ist entscheidend, wenn wir vom Ausland angesehen und respektiert werden wollen.”

Eine andere Rentnerin spicht sie auf ein Interview an. Maria de Belém habe darin gesagt, dass sie als junge Frau, obwohl sie so klein sei, viele Verehrer gehabt hätte. Die Kandidatin meint lachend, ja das sei eine andere Zeit gewesen. Und was hält Sie von der EU? Maria de Belém verspricht die Interessen Portugals in Brüssel zu verteidigen: “Es ist sehr wichtig, seine Stimme zu erheben, um die Werte zu verteidigen. Ich denke da etwa an die Solidarität, die Bekämpfung der Ungleichheiten und an die soziale Marktwirtschaft, das alles ist Teil des europäischen Projekts, dem wir beigetreten sind. Heute werden diese Werte oft vergessen, das erschwert es uns, die Interessen Portugals zu verteidigen.”

In ihrem Land möchte die Kandidatin für jene sprechen, die keine Stimme haben. Sie will sich u.a. für soziale Leistungen und den gleichen Lohn für Männer und Frauen einsetzen. “Ich fordere die Gesellschaft dazu auf, sich für diese Themen stark zu machen. Natürlich müssen diesbezüglich auch Gesetze verabschiedet werden, aber wir alle und die Organisationen der Zivilgesellschaft sollten uns engagieren,” so Maria de Belém.

Sie war einst Gesundheitsministerin und Ministerin für Gleichheit. Sie macht sich große Sorgen um die Portugiesen, denn viele leiden sehr unter den Sparmaßnahmen. Sie klagt: “Unsere Gesellschaft ist derzeit sehr geteilt. Es fehlt an sozialer Solidarität. Und wenn es an sozialer Solidarität fehlt, dann fehlt es an allem.”

Euronews-Journalistin Filipa Soares fasst zusammen: “Maria de Belém ist sozial sehr engagiert und das spiegelt sich auch in ihren Wahlkampfterminen wieder.”