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Konjunktur, US-Zinsen: Börsianer hippelig

Konjunktursorgen und die Ungewissheit über die künftige US-Zinspolitik haben den europäischen Aktienmärkten schwer zu schaffen gemacht. Der Dax fiel

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Konjunktur, US-Zinsen: Börsianer hippelig

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Konjunktursorgen und die Ungewissheit über die künftige US-Zinspolitik haben den europäischen Aktienmärkten schwer zu schaffen gemacht.

Der Dax fiel in der Spitze um 3,4 Prozent und erstmals seit Oktober 2014 unter die psychologisch wichtige Marke von 9.000 Punkten. Der Eurostoxx verlor 3,25 Prozent. Deutlich bergab ging es erneut mit vielen Aktien aus der Finanzbranche: Deutsche Bank verloren über fünf Prozent, Commerzbank rund sieben Prozent und die Aktien der französischen Großbanken BNP Paribas und Societe Generale jeweils mehr als vier Prozent.

“Die Zweifel an der Wirksamkeit der ultralockeren Geldpolitik steigen und belasten vor allem den Finanzsektor”, sagte ein Börsianer in Frankfurt. Viele Banken säßen auf Krediten und Anleihen von Kunden aus dem Energiesektor, die angesichts des Preisverfalls beim Öl Probleme hätten. Das könnte die Kreditvergabe eher bremsen.

Mike Ingram, Marktanalyst, BGC Partners, London: “Ich meine, es gibt einige sehr tiefgreifende wirtschaftliche Probleme, und – ganz klar – es gibt es auch einige politische Probleme, alles komplizierte Sachen. Das ist einer der Gründe, warum ich nicht auf den Zug “Europa übergewichten” aufgesprungen bin – ich bin sehr froh, nicht teilzuhaben an diesem Zugunglück.”

Die Börse in Athen gab 7,87 Prozent nach und ist so niedrig bewertet wie seit mindestens 25 Jahren nicht. Besonders die Bankaktien stürzten ab, um bis zu 27 Prozent (Eurobank – 27%, National Bank of Greece – 25% und Piräus – 20%.)

Wegen schwindender Hoffnungen auf eine baldige Drosselung der weltweiten Fördermengen verbilligte sich das Nordsee-Öl Brent um mehr als drei Prozent auf 32,95 Dollar je Fass (159 Liter). Das US-Leichtöl WTI rutschte um 4,3 Prozent auf 29,57 Dollar ab.

Angesichts der jüngsten Turbulenzen setzen Anleger inzwischen zunehmend darauf, dass die Fed ihre Geldpolitik nur sehr vorsichtig weiter straffen wird. Der Euro war deswegen in der vergangenen Woche bis auf ein Drei-Monats-Hoch von 1,1243 Dollar geklettert, rutschte am Montag aber auf rund 1,11 Dollar ab. Die Fed hatte im Dezember zum erstenmal seit fast zehn Jahren die Zinsen erhöht, im Januar dann stillgehalten.

su mit Reuters