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Orbáns Schulreform soll Schüler zu "christlich-patriotischer Gesinnung" erziehen

Trotz strömenden Regens sind in Budapest mehrere tausend Menschen gegen die Zentralisierung des Bildungssystems auf die Straße gegangen. Ungarns

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Orbáns Schulreform soll Schüler zu "christlich-patriotischer Gesinnung" erziehen

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Trotz strömenden Regens sind in Budapest mehrere tausend Menschen gegen die Zentralisierung des Bildungssystems auf die Straße gegangen.

Ungarns nationalkonservative Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban hat die Schulen aus der Zuständigkeit der Gemeinden genommen und einer neuen Zentrale in der Hauptstadt unterstellt. Erklärtes Ziel war es unter anderem, Schüler zu einer christlich-patriotischen Gesinnung zu erziehen.

Zudem wurden Lehrinhalte vereinheitlicht und eine Mindestarbeitzeit für Schüler geführt. Letztere bedeute eine zusätzliche Arbeitsbelastung, so der Pädagoge Istvan Suszter: “Schüler sind überfordert. Sie müssen zwischen 35 und 38 Klassen pro Woche belegen und dazu kommt noch die Zeit, in der sie Zuhause lernen müssen. Unterm Strich verbringen sie also mehr Zeit mit Lernen als Erwachsene bei der Arbeit.”

“Die Bildungspolitik der Regierung ist eine Schande. Ich will das System nicht einfach passiv hinnehmen, ich will, dass meine Stimme gehört wird. Ich wünsche mir, dass meine Bedürfnisse als Schüler beachtet werden”, erklärte Gymnasiast Kazmer Kovacs.

Die Regierung ruderte angesichts der Massenproteste vorsichtig zurück: Pädagogen wurden zu Gesprächen ins Bildungsministerium eingeladen, der zuständige Staatssekretär wurde abgesetzt.

Gewerkschaften kritisierten die Maßnahmen als unzureichend und “kosmetisch” und drohten Streiks.