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Jubel im mexikanischen Chiapas: Der Papst besucht die indigene Bevölkerung

Jubel für Papst Franziskus bei seinem Besuch in Chiapas: Im ärmsten Teil des Staates Mexiko war der Papst nah bei den einfachen Menschen mit seinen

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Jubel im mexikanischen Chiapas: Der Papst besucht die indigene Bevölkerung

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Jubel für Papst Franziskus bei seinem Besuch in Chiapas: Im ärmsten Teil des Staates Mexiko war der Papst nah bei den einfachen Menschen mit seinen Worten und Gesten.

Meinung

"Jedes Mal wenn wir den Weg der Vorteile und Privilegien für einige wenige anstreben zum Nachteil des Wohles aller, dann wird früher oder später das gesellschaftliche Leben zu einem fruchtbaren Boden für Korruption, für Drogenhandel und für die Ausgrenzung anderer Kulturen."

In Mexiko lebt die zweitgrößte katholische Gemeinde der Welt. Doch hier im bitterarmen Süden sind nur knapp 60 Prozent der meist indigenen Bevölkerung Katholiken.

Für das erfahrene Unrecht unter der christlichen Kolonialherrschaft bat der Papst die indianische Urbevölkerung um Verzeihung. Er sagte, die verlassendsten und am schwersten missbrauchten unter den Armen – sie fände man hier, in dieser unserer Welt. Man könne dies nicht mehr ignorieren im Angesicht einer der größten Umweltkrisen in der Geschichte. Und gerade von indigenen Menschen könne der harmonische Umgang mit der Natur gelernt werden.

Eine besondere Geste wurde das Geschenk an den Papst. Eine Bibel in der Sprache der Maya – mit dieser besonderen Gabe an Franziskus wurden auch die elf Millionen Eingeborenen des Landes gewürdigt. Sie können außerdem fortan ihre Messe auch in indigener Sprache besuchen. Dazu wurde eigens ein neues Dekret erlassen.

Mehrfach und in systematischer und organisierter Weise, so der Papst, sei das Volk missverstanden und von der Gesellschaft ausgeschlossen worden. Seine Werte, Kulturen und Traditionen wurden von einigen als minderwertig herabgewürdigt, sagte er.

Von starker Symbolkraft war auch Franziskus’ Besuch der Kathedrale San Cristobal de las Casas. Sie ist die Grabstätte des von den Eingeborenen verehrten Bischofs und Friedensaktivisten Samuel Ruiz, der sich 40 Jahre lang für die Interessen der Ureinwohner eingesetzt hatte.

Mit sehr direkten und klaren Worten richtete sich der Papst an die mexikanische Elite. Er erinnerte sie an ihre Verantwortung in einem von Krieg und Drogen bedrohten Land. Und dass jedes Mal, wenn der Weg der Vorteile und Privilegien für einige wenige anstrebt würde zum Nachteil des Wohles aller, früher oder später das gesellschaftliche Leben zu einem fruchtbaren Boden für Korruption, für Drogenhandel und für die Ausgrenzung anderer Kulturen werde: Eine Wahrheit, mit der der Papst auch die mexikanischen Geistlichen konfrontierte. Sie wurden vom Papst aufgefordert, sich nicht mehr wie Fürsten aufzuführen, sondern gemäß den Regeln der Bescheidenheit in ein einfaches, menschliches Umfeld zurückzukehren