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Auschwitz-Prozess vertagt - 95-jähriger Angeklagter erkrankt

Wegen einer Erkrankung des 95-jährigen Angeklagten ist vor dem Landgericht Neubrandenburg ein Auschwitz-Prozess gleich zum Auftakt vertagt worden

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Auschwitz-Prozess vertagt - 95-jähriger Angeklagter erkrankt

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Wegen einer Erkrankung des 95-jährigen Angeklagten ist vor dem Landgericht Neubrandenburg ein Auschwitz-Prozess gleich zum Auftakt vertagt worden.

Meinung

Mit diesem Prozess soll ein Feigenblatt organisiert werden

Eine Ärztin hatte erklärt, dass der ehemalige SS-Sanitäter Hubert Zafke unter hohem Blutdruck leide und Suizidgedanken habe. Das Landgericht ordnete eine Überprüfung der Befunde durch einen Amtsarzt an.

Verteidiger Peter-Michael Diestel bestritt eine Schuld seines Mandanten. Dieser habe während seiner Zeit in Auschwitz andere SS-Leute und Soldaten betreut.

“Ich denke, dass dieser Prozess die Aufgabe hat, die Peinlichkeit, dass der Holocaust von der deutschen Justiz und dem deutschen Staat nur mangelhaft aufgeklärt wurde, zu überdecken. Ich glaube, dass mit diesem Prozess – oder dieser Art von Prozessen – ein Feigenblatt organisiert werden soll.”

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Rentner Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor. Als SS-Sanitäter soll er ab Mitte August 1944 einen Monat in Auschwitz-Birkenau stationiert gewesen sein.

In dem Zeitraum seien dort 14 Deportationszüge mit Häftlingen angekommen. Von diesen seien mindestens 3681 Menschen in Gaskammern umgebracht worden.

Der Prozess soll am 14. März fortgesetzt werden.