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Brasilien: Millionen demonstrieren gegen Korruption und Präsidentin Dilma Rousseff


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Brasilien: Millionen demonstrieren gegen Korruption und Präsidentin Dilma Rousseff

In Brasilien haben hunderttausende Menschen für eine Amtsenthebung von Präsidentin
Dilma Rousseff demonstriert. Brasilianische Medien berichten unter Berufung auf Polizeiquellen von insgesamt bis zu drei Millionen Protestierenden. Es wären die bisher größten Kundgebungen gegen die Präsidentin der linken Arbeiterpartei.

Aktuell wird gegen 57 Politiker wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras und mehreren Bauunternehmen ermittelt. Auch gegen Rousseffs Amtsvorgänger und Förderer Luiz Inácio Lula da Silva laufen Verfahren. Rousseff selbst steht im Verdacht, von dem weitverzweigten Korruptionssystem gewusst zu haben. Zur geforderten Amtsenthebung läuft seit Monaten ein Rechtsstreit.

Fünf Monate vor der Olympiade sind Wirtschaft und Stimmung im fünftgrößten Land der Welt an einem Tiefpunkt: Brasilien droht in die tiefste Rezession seit 1930 zu schlittern. Die nach wie vor überbordende Bürokratie, eine hohe Inflation und die soziale Ungleichheit belasten das Land schwer.

Der Korruptionskandal hat das Vertrauen der Bürger in die seit 2003 regierende Arbeiterpartei zusätzlich erschüttert. Im Parlament ist die Regierung aufgrund einer Blockade der Opposition kaum noch handlungsfähig, in der Bevölkerung genießt Rousseff nur noch zehn Prozent Zustimmung.

“Wir halten die Korruption nicht mehr aus”, so ein Protestierender in Rio de Janeiro. “Wir waren dafür, dass das Land Gastgeber der Olympischen Spiele und anderer Großevents wird, für die Entwicklung. Aber das Problem ist, dass das Land nicht effektiv regiert wird und überall so viel Korruption herrscht.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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