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Sicherheitspanne um El Bakraoui: Wo ist die Schwachstelle?

Wie viele Menschen lassen sich derzeit im Irak und in Syrien für Terroranschläge in Europa ausbilden? Eine Frage, die sich mehr und mehr aufdrängt

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Sicherheitspanne um El Bakraoui: Wo ist die Schwachstelle?

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Wie viele Menschen lassen sich derzeit im Irak und in Syrien für Terroranschläge in Europa ausbilden?
Eine Frage, die sich mehr und mehr aufdrängt. Nach Meinung von europäischen und irakischen Geheimdiensten sind es mindestens 400 Dschihadisten.
Unter ihnen war auch Ibrahim El Bakraoui, einer der Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen.

Doch er wurde offenbar bereits im Juni 2015 in der Türkei festgenommen und nach Europa ausgewiesen.
Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, die Türkei habe den Verdächtigen am 14. Juli den belgischen Behörden mit einem Vermerk übergeben.

Einem Vermerk, der laut Erdogan auf einen Terrorverdacht hinwies. Das sei kein Einzelfall, meint der Sciherheitsexperte Prof. Dr. Serhat Güvenç:
“Laut unseren Untersuchungen gibt es etwa 5.000 Verdächtige. Zwischen 1.800 und 2.000 von ihnen wurden in ihre Heimatländer ausgewiesen. Ohne merklichen Erfolg. Denn trotz der Weitergabe von Informationen, die mehr oder weniger funktioniert, gibt es weitere Anschläge. Es zeigt, dass unsere Informationen nicht genau ausgewertet wurden.”

Allerdings wurde Ibrahim El Bakraoui nicht nach Belgien, sondern in die Niederlande ausgewiesen. Offenbar auf eigenen Wunsch.
Das bestätigen die Niederlande, allerdings habe die Türkei die Vorschriften missachtet und keine Gründe für die Ausweisung angegeben.
Wer hat Recht? Wo ist die Schwachstelle?

Eins ist sicher, seit langem ist bekannt, dass unter den so genannten IS-Dschihadisten Europäer sind und auch, was sie motiviert. Das zeigen die Propaganda-Videos.
Ist es mangelndes Vertrauen in ausländische Geheimdienste? Eine andere Auffassung von Terrorismus?

Sicherheitsexperte Prof. Dr. Serhat Güvenç:
“Es gibt eine große Kluft zwischen der türkischen und der europäischen Definition von Terrorismus. Wenn die Türkei Menschen aus Terrorverdacht in ein europäisches Land ausweist, muss man akzeptieren, dass dort anders entschieden wird. Wir verstehen, dass man eine andere Auffassung hat und anders vorgeht.
Wenn die Türkei die Verdächtigen als potentielle Terroristen bezeichnet, dann erkennt Europa die türkischen Kriterien nicht an. Für sie sind sie noch nicht mal verdächtig. Das mag unsere unterschiedlichen Sicherheitsstrukturen widerspiegeln.”

Der Fund Tausender mutmaßlicher ISIL-Fragebögen mit Namen und anderen Details mag helfen, Dschihadisten zu finden, die nach Europa zurückkehren, um terroristische Zellen aufzubauen, und ihnen dann den Prozess zu machen.

Vielleicht sind aber auch die jüngsten Terroranschläge der Auslöser, dass Europa in Sicherheitsfragen von nun an koordinierter und enger zusammenarbeitet.