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Bomben und Skepsis vor dem geplanten Wiederaufbau im Osten der Türkei

Durch die Explosion einer Autobombe im Südosten der Türkei sind zwei Menschen getötet und 47 Menschen verletzt worden. Ein mit Sprengstoff beladenes

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Bomben und Skepsis vor dem geplanten Wiederaufbau im Osten der Türkei

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Durch die Explosion einer Autobombe im Südosten der Türkei sind zwei Menschen getötet und 47 Menschen verletzt worden.

Ein mit Sprengstoff beladenes Auto detonierte vor dem Gebäude des Bezirksamts der Gendarmerie und des Wohnheims für Militärangehörige in Hani in der Provinz Diyarbakır.

Die Autobombe ist ein weiterer Akt der Gewalt im Südosten des Landes. Bilder des norwegischen Fernsehens zeigen die Verwüstung in den Orten dieser Region wie Silopi und in Cizre, wo das Militär seit Dezember gegen vermeintliche Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei PKK vorging.

Inzwischen hat die türkische Regierung versprochen, die zerstörten Städte wieder aufzubauen.

Durch die seit 2015 geänderte Kurdenpolitik der türkischen Regierung haben die Anwohner immer wieder den Tod von Familienangehörigen zu beklagen, so wie die Mutter eines 13jährigen verstorbenen Jungen:

“Ich habe meine Tochter gefragt, warum sie weint und sie sagte, ich vermisse meinen Bruder so sehr, ich will dass er wiederkommt. Ich sagte, dein Bruder wird gar nicht mehr wiederkommen, er ist im Paradies. Sie hat es außerdem aus den Medien erfahren. Sie vermisst ihn sehr – und ich vermisse ihn auch.”

Südosten des Landes am stärksten betroffen

Seit dem Jahr 1984 wurden in dem Konflikt mit der PKK mehr als 40.000 Personen getötet, eine große Zahl davon waren Zivilisten und unter ihnen viele Kinder.

Nach Waffenstillstand und Friedensverhandlungen ist der Konflikt seit der Parlamentswahl im Juni vergangenen Jahres wieder aufgeflammt.
Immer wieder wurden für diese Region Ausgangssperren verhängt, allein während jener im September 2015 in Cizre, starben mehr als 20 Zivilisten. Insgesamt wurden laut Menschenrechtsorganisationen bei der Armeeoffensive gegen die verbotene PKK neben den Militär und den mutmaßlichen Terroristen auch etwa 200 Zivilisten ums Leben.

Den Wiederaufbau der ebenfalls bei den Kämpfen zerstörten Altstadt von Diyarbakir sehen offenbar viele Bewohner mit Skepsis entgegen. Viele fühlen sich nicht ausreichend über die Pläne der Regierung informiert.