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Auftakt im "Luxleaks-Prozess": Daten waren nicht ausreichend geschützt

Vor dem Bezirksgericht Luxemburg hat der “Luxleaks-Prozess” begonnen. Ein französischer Journalist und zwei französische Ex-Mitarbeiter der

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Auftakt im "Luxleaks-Prozess": Daten waren nicht ausreichend geschützt

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Vor dem Bezirksgericht Luxemburg hat der “Luxleaks-Prozess” begonnen. Ein französischer Journalist und zwei französische Ex-Mitarbeiter der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) sind angeklagt, rund 28.000 Seiten vertrauliche Dokumente über Steuerdeals von 340 Firmen öffentlich gemacht zu haben.

Meinung

Mein Mandant hatte nicht vorsätzlich geplant die Steuerunterlagen zu stehlen

“Mein Mandant hatte nicht vorsätzlich geplant die Steuerunterlagen zu stehlen. Zweitens, an seinem letzten Arbeitstag suchte er nicht gezielt nach diesen Dokumenten, er fand sie vielmehr, als er nach Ausbildungsunterlagen suchte”, erläuterte der Anwalt des Ex-PwC-Mitarbeiter Antoine D. (30) seine Verteidigungsstrategie.

Die luxemburgischen Gesetze schützen Enthüller von Gesetzesverstößen. Die luxemburgische Regierung betont jedoch, dass die aufgedeckte Praxis der Gewährung von Steuererleichterungen für Großunternehmen völlig legal ist.

“Wir wollen zeigen, dass die Bürger mehr Steuergerechtigkeit wollen. Sie wollen nicht länger, dass die wohlhabendsten, reichsten, größten Unternehmen Wege finden, ihren Beitrag für die Allgemeinheit zu vermeiden”, meint einer der Sympathisanten der Angeklagten, die vor dem Bezirksgericht demonstrierten.

Der Staatsanwaltschaft zufolge kopierte Antoine D. am 13. Oktober 2010 innerhalb von 29 Minuten 2.669 Dokumente mit 45.000 Seiten über Steuerdeals mit großen Firmen aus dem Firmensystem.

Die für die internen Ermittlungen zuständige PwC-Mitarbeiterin Anita Bouvy sagte als erste Zeugin aus, die Daten seien “wegen eines Mangels in der Software” nicht ausreichend geschützt und leicht zugänglich gewesen.

Die Angeklagten beteuerten ihre Unschuld. Ihnen drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren und eine Geldstrafe von bis zu 1,25 Millionen €. Bis zum 4. Mai sind sechs Verhandlungstage anberaumt.