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Gegenwind für britischen Premierminister Cameron nach Korruptionsäußerung

David Cameron wähnte sich in privater Runde, als er auf einem Empfang gegenüber Queen Elizabeth sagte, Nigeria und Afghanistan seien “die beiden

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Gegenwind für britischen Premierminister Cameron nach Korruptionsäußerung

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David Cameron wähnte sich in privater Runde, als er auf einem Empfang gegenüber Queen Elizabeth sagte, Nigeria und Afghanistan seien “die beiden vielleicht korruptesten Staaten der Welt”. Der britische Premierminister hatte die Kameras und Mikrofone vergessen, die auf ihn und die Königin gerichtet waren. Für seinen Ausspruch musste sich Cameron nun im britischen Parlament rechtfertigen.

“In Ländern wie Nigeria und Afghanistan kämpfen die politischen Führungen gegen korrupte Systeme an. In beiden Fällen sind spürbare Fortschritte gemacht worden, deshalb finde ich es auch so wichtig, dass wir sie bei der Anti-Korruptionskonferenz hier in London begrüßen können”, so Cameron. “Doch es wäre keine gute Idee, unsere Hilfe einzustellen, denn die Probleme in diesen Ländern werden uns hier einholen: Sei es durch das Problem der Zuwanderung, das Problem des Terrorismus oder andere Dinge.”

Die Frage, ob sein Land tatsächlich derart korrupt sei, wie Cameron geäußert hatte, bejahte Nigerias Präsident Muhammadu Buhari in London. Korrupte Politiker und illegaler Ölhandel hätten Nigeria Milliarden gekostet, sagte er. Ein Teil dieses Geldes lagere auf Konten in Großbritannien. Er fordere keine Entschuldigung, sondern die Herausgabe des nigerianischen Vermögens, so Buhari.

Mohammad Farhad Sediqi, Abgeordneter des afghanischen Parlaments, räumte ein, dass es in Afghanistan Probleme mit Korruption gebe. “Daran besteht kein Zweifel”, sagte er. “Doch auch Großbritannien, die USA und die internationale Gemeinschaft haben zur Verbreitung der Korruption in Afghanistan beigetragen. Da die Anti-Korruptionskonferenz in London stattfindet, erwarten wir nicht, dass die britische Regierung dieses Thema dort ansprechen wird.” Camerons Aussage sei eine Beleidigung für den afghanischen Staat, ergänzte er.