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Atomwaffengegner enttäuscht von Obama-Rede in Hiroshima

Atomwaffengegner haben mit Enttäuschung auf den Auftritt des US-Präsidenten Barack Obama in Hiroshima reagiert.

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Atomwaffengegner enttäuscht von Obama-Rede in Hiroshima

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Atomwaffengegner haben mit Enttäuschung auf den Auftritt des US-Präsidenten Barack Obama in Hiroshima reagiert. Der Präsident habe „hohe Redekunst“ bewiesen, aber keine konkreten Aktionen gegen Nuklearwaffen angekündigt, kritisierte die in Genf ansässige Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Ihr gehören Organisationen in rund 60 Ländern an, die sich für die Abschaffung aller Atomwaffen einsetzen.

Obama habe zwar 2009 mit einer Rede in Prag Hoffnungen auf einen Durchbruch zur atomaren Abrüstung geweckt, heißt es in einer Erklärung der ICAN. Doch er habe es dann nicht geschafft, auf diesem Gebiet Fortschritte zu erreichen. Vielmehr gehe Obamas Amtszeit demnächst mit einer trostlosen Abrüstungsbilanz zu Ende. „Unter seiner Amtsführung haben die USA die geringste Anzahl von Sprengköpfen seit dem Ende des Kalten Krieges abgebaut“, heißt es in der Erklärung. Stattdessen habe Obama „ein riesiges Modernisierungsprogramm genehmigt, bei dem bis zu einer Billion Dollar für die Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Arten von Nuklearwaffen ausgeben werden können“.

Obamas Entscheidung, Hiroshima zu besuchen, sei „mutig“ gewesen. Seine Rede zeige aber, dass offenbar „selbst der fortschrittlichste US-Präsident nicht in der Lage ist, konkrete Resultate nuklearer Abrüstung zu liefern“.

Japans Ministerpräsident Abe würdigte den Besuch dagegen als historisch. „Wir schlagen eine neue Seite in unseren Geschichtsbüchern auf.“ Obama «eine schwierige, aber wundervolle Entscheidung“ getroffen. Auch Abe rief zur Abrüstung auf: „Das ist unsere Verantwortung: Eine Welt ohne Atomwaffen zu schaffen.“

Kritiker, darunter auch Überlebende der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, fürchten bereits, dass sich ihr Land eines Tages selbst Atomwaffen zulegen könnte. Die Regierung hat bereits klar gemacht, dass es ihrer Meinung nach nicht gegen die Verfassung verstoßen würde, wenn Japan eines Tages selbst Atomwaffen besitzen würde.