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Briten nach dem "Brexit"-Votum: "Wir wissen nicht, was auf uns zukommt"

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Briten nach dem "Brexit"-Votum: "Wir wissen nicht, was auf uns zukommt"

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“Jetzt kommt eine große Phase der absoluten Unsicherheit”, sagte Holger Schmieding, Chef-Volkswirt der Berenberg Bank zum britischen “Brexit”-Votum. “Der Aufschwung in Großbritannien dürfte weitgehend zu Ende sein. Auch die Euro-Zone wird die Folgen spüren.”

Jeremy Cook, Chefvolkswirt und Leiter der Währungsstrategie bei World First, London:

“Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Für die britische Wirtschaft bedeutet das eine Riesen-Unsicherheit. Wir wissen, dass Unternehmen ihre Investitionen hier in Großbritannien einfrieren könnten. Da geht es um Arbeitsplätze. Alles, was rosig aussah, verfinstert sich.”

Im ersten Quartal noch hatte das nationale Statistikamt ONS 0,4 Prozent Wirtschaftswachstum seit dem Quartal davor gemessen, 2,1 Prozent übers Jahr. Das Ganze bei fünf Prozent Arbeitslosenquote, der niedrigsten seit gut 10 Jahren (Oktober 2005), fast drei Viertel der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter haben einen Job (74,2 Prozent). Die Einkommen wachsen real (+ 2,3 Prozent), bei 0,3 Prozent jährlicher Inflationsrate.

Wie es weitergehen könnte?

Der Internationale Währungsfonds sieht bei einem “Brexit” 1,4 bis 5,6 Prozentpunkte Wachstumseinbuße.

Jeremy Cook, Chefvolkswirt und Leiter der Währungsstrategie bei World First, London:

“Ich meine, kurzfristig leidet das Vertrauen, bei Investitionen oder im Tagesgeschäft, das Vertrauen der Verbraucher auf jeden Fall. Ich meine, die sitzen in den kommenden drei Monaten verschärft auf ihren Brieftaschen – mehr als drei oder vier Quartale mit negativem Wachstum, mehr ist schwer vorauszusehen. Also ja, das sieht nach Rezession aus.”

DIW-Präsident Marcel Fratzscher rechnet mit enormen wirtschaftlichen Kosten für Europa und erwartet in Deutschland im kommenden Jahr ein deutlich geringeres Wirtschaftswachstum als zunächst angenommen. Großbritannien könnte in eine Rezession rutschen.

Experten rechnen damit, dass in den kommenden Monaten massiv Kapital von der Insel abfließen wird. Großbritannien ist wegen seines hohen Leistungsbilanz-Defizits auf ausländisches Geld angewiesen. Bereits in den Monaten vor der Abstimmung zog die Diskussion um den Brexit die britische Wirtschaft in Mitleidenschaft. Im ersten Quartal gingen die Investitionen erstmals seit drei Jahren zurück.

su mit Reuters, dpa

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