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Wikinger-Märchen in Island und Weltuntergangsstimmung in England

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Wikinger-Märchen in Island und Weltuntergangsstimmung in England

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Es ist das Sommermärchen dieser Europameisterschaft. Debütant Island schoss sich mit Leidenschaft und Energie ins Viertelfinale. Die Spieler wurden dafür in ihrer Heimat frenetisch gefeiert. Die anfangs noch belächelte Auswahl des kleinsten EM-Landes belehrte ihre Kritiker eines besseren und steht nun unter den besten Acht bei dieser EM. Den 2:1-Sieg gegen England bezeichnete die Mannschaft als das Spiel ihres Lebens.

Trainer Heimir Hallgrimsson traut seinem Team noch viel mehr zu: “Wenn wir uns gut vorbereiten und die Spieler ihre Leistung abrufen und mit der gleichen Haltung in die Partie gehen, dann können wir jeden schlagen. Aber wir bleiben realistisch. Wir wissen, dass obwohl Island das Spiel seines Lebens gezeigt hat, wir trotzdem gegen Länder wie Spanien, Frankreich oder England verlieren können. Aber wir glauben an unsere Jungs. Mit diesem Sieg wächst ihr Selbstvertrauen weiter.”

Im Viertelfinale trifft das Team nun am Sonntag auf Gastgeber Frankreich. In der Grande Nation macht sich bereits Furcht vor den kämpferischen Isländern breit. Im bisherigen Turnier haben die Männer von der rauen Insel bewiesen, dass sie auch vor großen Nationen keinen Respekt haben.

Englische Presse wettert gegen “Three Lions”

Der englische Fußball hat nach dem peinlichen EM-Aus gegen Island einen neuen Tiefpunkt erreicht. Mit Hohn und blanker Verachtung wurden die “Three Lions” in ihrer Heimat empfangen. Trainer Roy Hodgson hatte nach der Niederlage sofort seinen Rückzug erklärt:
“Ich wäre gern noch zwei weitere Jahre geblieben, ich bin jedoch Pragmatiker und weiß, dass man Ergebnisse bringen muss. Mein Vertrag lief sowieso nach der EM aus. Es ist an der Zeit, jemand anderem die Aufgabe zu überlassen, den Prozess dieser jungen, extrem talentierten Gruppe von Spielern zu betreuen.”

Die Suche nach einer Nachfolge dürfte sich schwierig gestalten. Die einheimische Presse rechnete unterdessen mit den Spielern ab. Die Schlagzeilen lauteten unter anderem: “Englands größte Demütigung”, “Hirntoter Fußball von panischen Einzelpersonen”, oder “Europa wird dieses England nicht vermissen”.

Das Ende des Tika-Taka-Fußballs?

Es scheint, als sei die Ära des spanischen Tiki-Taka-Fußballs endgültig vorbei. Nach dem bitteren Vorrunden-Aus bei der WM in Brasilien folgte nun die Achtelfinal-Niederlage gegen Italien. Der entthronte Europameister hatte sich beim 0:2 gegen Italien ideenlos und ohne Esprit präsentiert.

Spaniens Trainer Vicente del Bosque will noch nicht an das Ende der goldenen Jahre glauben. “Der spanische Fußball hat eine gute Struktur, gute Akademien, gute junge Spieler, und in den Klubs wird gute Arbeit geleistet. Deshalb glaube ich nicht, dass dies nun das Ende einer Ära ist. Wir wissen, wie schwierig es ist eines der wichtigsten Turniere zu gewinnen. 24 Mannschaften… wir sind ausgeschieden, nur eine Mannschaft kann eben gewinnen.”

Sein Zukunft ließ Vicente del Bosque, der seit 2008 im Amt ist, offen, es wird aber erwartet, dass er sein Amt zur Verfügung stellen wird. Die Suche nach einem Nachfolger soll schon auf Hochtouren laufen. Die einstigen Helden kehrten unterdessen mit gesenkten Köpfen aus Frankreich in ihre Heimat zurück.

Hier die Übersicht der anstehenden Viertelfinal-Begegnungen:

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