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Riesenköcher für Plastikmüll in der Nordsee

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Riesenköcher für Plastikmüll in der Nordsee

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23 Kilometer vor der niederländischen Küste schwimmt eine Wasserbarriere der besonderen Art, ein Riesenköcher für Plastikmüll, bestehend aus Schwimmkörpern und Netzen. Mit seiner ebenso simplen wie wirkungsvollen Erfindung will der junge Niederländer Boyan Slat “Plastikteile aus dem Wasser fischen“http://www.n-tv.de/wissen/Schwimmende-Muellbarriere-fischt-Plastik-weg-article18017641.html.

Boyan Slat, “The Ocean Cleanup”-Gründer: “Das System besteht aus langen, schwimmenden Barrieren, wie dieser hier, die uns erlauben, Plastik herauszufiltern und zu konzentrieren. Es verfügt außerdem über feste Verankerungen und ein spezielles System, dass das konzentrierte Plastik aus dem Wasser holt.”

Die Idee kam Slat als Teenager am Strand. Nach einer Crowdfunding-Kampagne konnte nun ein erster, einhundert Meter langer Prototyp für ein Jahr den Testbetrieb in der Nordsee aufnehmen. Die Barriere kann ein Gewicht von bis zu 80 Tonnen halten und bis zu einen Millimeter kleine Plastikteilchen abfangen, Fische bleiben verschont.

Boyan Slat: “Alle bisherigen Ideen basieren auf Booten mit Netzen, die rausfahren, um Plastik zu fangen. Das Problem ist,. dass dabei nicht nur Meerestiere getötet werden und es sehr teuer ist, sondern, dass es etwa 79 Tausend Jahre dauern würde.”

Allerdings fängt das System nur den Müll an der Wasseroberfläche. Der Löwenanteil der Millionen Tonnen Plastikmüll, die jährlich die Weltmeere verpesten, wird nicht erfasst.

Nina van Toulon, Indonesian Platform for Prevention and Management of Waste: “80 Prozent des Mülls kommen vom Land. Es reicht also nicht, nur den Abfall im Meer zu bekämpfen. Der Prototyp kann natürlich einen Teil einfangen, aber um das Problem wirklich zu lösen muss man auf dem Land anfangen.”

The Ocean Cleanup heißt das Projekt und wird von der niederländischen Regierung unterstützt. Ein einziges solches System zehn Jahre lang eingesetzt würde, könnte die Hälfte des Mülls aus dem Pazifik filtern, sagt der junge Erfinder, der hofft, dass seine schwimmende Müllbarriere ab 2020 regulär eingesetzt werden wird.

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