Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Die Strategie der IS-Miliz - ein Aussteiger erzählt

welt

Die Strategie der IS-Miliz - ein Aussteiger erzählt

Werbung

Zwei Jahre nach der Ausrufung des Kalifats hat die Miliz Islamischer Staat ihre Vorgehensweise verändert: Ausländische Dschihadisten sind bereit für Attentate in ganz Europa. Die IS-Miliz überzieht seit 2014 den Irak und Syrien mit Terror und dem Anspruch, über die gesamte muslimische Welt zu herrschen. Der Kampf gegen den Westen ist die Weiterentwicklung dieser Strategie.

Der deutsche IS-Aussteiger Harry Sarfo enthüllte in einem Interview mit der “New York Times” Details über seine Zeit beim sogenannten Islamischen Staat. Besonders in Europa sei der IS besser vernetzt als bisher vermutet:

“Auf die Frage eines Freundes nach Frankreich hätten die Dschihadisten Tränen gelacht und gesagt: ‘Mach Dir keine Gedanken um Frankreich’”

Der reuige Heimkehrer Sarfo habe das im April 2015 gehört – vor den Pariser Anschlägen im Bataclan und Stade de France, die 130 Tote und mehr als 350 Verletzte forderten.

Bezüglich den USA sei zwar die Ein- bzw. Ausreise schwieriger, aber auch dort würden IS-Anhänger – wie in Europa – über die Sozialen Netzwerke rekrutiert:

“In Amerika und Kanada ist es viel einfacher, Anhänger über die Sozialen Netzwerke zu finden, denn sie sind dumm und haben eine freie Waffenpolitik.” Man könne sie außerdem einfach radikalisieren und man brauche keinen direkten Kontakt mit ihnen, um sie mit Waffen zu versorgen, die könnten sie einfach selbst kaufen.”

Einzelkämpfer könnten zudem ihre Absichten leichter verschleiern: “Wenn Dschihadisten nach Frankreich oder Deutschland zurückkehrten, können sie einfach behaupten, lediglich Urlaub in der Türkei gemacht zu haben.”

Der Syrer und einflussreiche IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani soll der Koordinator für die Attentate im Westen sein.

Die Liste des IS-Terrors: zwei Anschläge in den USA mit 14 Toten in San Bernadino und 49 Toten in Orlando Florida. Drei Anschläge in der Türkei mit jeweils vielen Toten. Bereits 2015 war Tunesien zwei Mal das Ziel der Dschihadisten. Und auch der Absturz eines russischen Flugzeugs über dem Sinai im Oktober 2015 hat sich der IS auf die Fahne geschrieben.

Laut dem Ex-EU-Botschafter in der Türkei Marc Pierini muss man die Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union und im Geheimdienstbereich mit der Türkei verstärken:

“Es geht um die Zusammenarbeit gegen den Terrorismus, es ist eine Frage der Verfahren, bei der Justiz, der Polizei, Austausch von Listen etc. Die Mehrheit der jungen Leute, die nach Syrien gehen, kommen aus armen Vierteln, sind Schulabbrecher oder Arbeitslose, mit einer sehr unklaren religiösen Indoktrination.”

Der Kampf gegen den Terror wird nicht einfacher: Denn kleinere Anschläge von IS-Einzelkämpfern an möglichst vielen Orten verstärken das Gefühl, nirgends mehr sicher zu sein.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Automatische Übersetzung

Nächster Artikel