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Frankreich: Hochglanzpolitiker Sarkozy will wieder an die Macht

Dass er zurückkommen würde, daran hat in Frankreich eh keiner gezweifelt: Nicolas Sarkozy will zum zweiten Mal Staatspräsident werden.

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Frankreich: Hochglanzpolitiker Sarkozy will wieder an die Macht

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Dass er zurückkommen würde, daran hat in Frankreich eh keiner gezweifelt: Nicolas Sarkozy will zum zweiten Mal Staatspräsident werden. Der 61-Jährige verband die Ankündigung seiner Kandidatur mit der Vorstellung seines neuen Buches – der Titel lautet “Alles für Frankreich”.

Sarkozy war zwischen 2007 und 2012 Präsident. Dass er dann dem Sozialisten Francois Hollande unterlag, empfand er als Schmach. Den Begriff Wahlkampf nahm Sarkozy damals wie heute wörtlich. Der große Auftritt und leidenschaftliche Reden sind seine Welt.

Doch vor vier Jahren entschieden sich die Franzosen für Hollande, dessen Taktik, sich als vermeintlicher “normaler Präsident” bewusst vom Hochglanzpolitiker Sarkozy abzugrenzen, aufgegangen war. Das konservative Lager trauerte – Sarkozy hatte zuvor angekündigt, sich im Falle einer Wahlniederlage aus der Politik zurückzuziehen.

“Selbst wenn Sie die Frage ein drittes Mal stellen: Auch dann sage ich Ja!”, gab er sich nach der Rückfrage eines Reporters unmissverständlich.

Sarkozy und seine Frau, die italienische Musikerin Carla Bruni, verließen den Élysée-Palast: Ein schwieriger Moment für den Machtmenschen Sarkozy – doch dass Niederlagen seinen Ehrgeiz nur noch vergrößern, hatte sich bereits 1995 gezeigt, als er Édouard Balladur unterstützte und sich damit gegen dessen innerparteilichen Rivalen und späteren Präsidenten Jacques Chirac aussprach. Dieser Karriereknick stachelte Sarkozy an.

Trotz seiner einstigen Rückzugsankündigung mischt er längst wieder politisch mit: 2014 übernahm er den Vorsitz der konservativen UMP und taufte die Partie in “Die Republikaner” um. Mit markigen Worten ließ er in den vergangenen Wochen und Monaten erkennen, was Frankreich im Falle einer zweiten Amtszeit zu erwarten hätte:

“Wir müssen verstehen, dass wir im Krieg sind. Unsere Feinde haben keine Tabus, keine Grenzen und keine Prinzipien. Deshalb werde ich große Worte verwenden: Entweder die oder wir. Es ist eine Frage des Willens.”

Sarkozy will der Nachfolger seines Nachfolgers werden. Doch die erste Hürde auf dem Weg dorthin ist innerparteilich: Denn zunächst muss er sich im November der Vorwahl der Republikaner stellen.