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Kolumbianische Regierung und FARC-Guerilla schließen Friedensabkommen

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Kolumbianische Regierung und FARC-Guerilla schließen Friedensabkommen

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Nach fast vier Jahren Verhandlungen haben sich die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation FARC in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf einen Friedensvertrag geeinigt. Das Abkommen soll im September unterzeichnet werden. Am 2. Oktober müssen die Kolumbianer noch in einer Volksabstimmung das Abkommen billigen.

In den jüngsten Umfragen lagen Befürworter und Gegner mit jeweils rund 31 Prozent gleichauf. Die Gegner des Vertrags kritisieren vor allem, dass die Guerillakämpfer mit relativ milden Strafen davonkommen dürften.

“Für einen dauerhaften Frieden müssen wir garantieren, dass jene, die als bewaffnete Rebellen aufgezogen wurden, resozialisiert werden. Ehemalige FARC-Mitglieder, die ihre Waffen niederlegen, werden die Möglichkeit erhalten, am politischen Leben unseres Landes teilzunehmen, auf eine demokratische Art und Weise. Sie werden – wie jede andere Organisation – die Bürger von ihren Vorstellungen überzeugen müssen, um gewählt zu werden”, erklärte Staatspräsident Juan Manuel Santos.

Mit dem Friedensabkommen geht der älteste Konflikt Lateinamerikas zu Ende. In den Auseinandersetzungen zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen seit den 60er Jahren mehr als 220.000 Menschen ums Leben.




In den Verhandlungen einigten sich die Unterhändler der Regierung und der Farc bereits auf eine Landreform, auf die künftige politische Teilhabe der Rebellen, auf neue Ansätze im Kampf gegen den Drogenhandel und eine Entschädigung der Opfer.

Außerdem vereinbarten beide Seiten ein eigenes Justizwesen zur Aufarbeitung der Verbrechen des Konflikts. Für politische Straftaten wird eine weitreichende Amnestie gewährt. Wer seine Beteiligung an schweren Verbrechen einräumt, muss mit einer Freiheitsstrafe von höchstens acht Jahren rechnen. Die Europäische Union stellte Kolumbien für die Zeit nach dem Konflikt wirtschaftliche Unterstützung in Aussicht.

Ende Juni einigten sich die Konfliktparteien bereits auf einen Waffenstillstand. Seitdem sind die bewaffneten Auseinandersetzungen auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Kämpfe zwischen Militär und Rebellen 1964 gesunken.

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