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Syrien - Feuerpause hält weitgehend. Die meisten warten weiter auf Hilfslieferungen

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Syrien - Feuerpause hält weitgehend. Die meisten warten weiter auf Hilfslieferungen

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Die von den Vereinigten Staaten und Russland ausgehandelte Feuerpause in Syrien hat auch den zweiten Tag in Folge weitgehend gehalten. Aktivisten meldeten am Mittwoch nur einzelne Verstöße. Die ersten 36 Stunden der Feuerpause seit Montagabend seien «sehr positiv» gewesen, so die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie sitzt in England und bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Aktivisten. Zu Kämpfen kam es nach Angaben der Menschenrechtler in der
zentralsyrischen Provinz Hama. Unter Führung der radikalen Miliz Dschund al-Aksa griffen dort Regimegegner nahe des Ortes Kukab Kräfte der Regierung an. Die Gruppe Dschund al-Aksa hat enge Verbindungen
zum Terrornetzwerk Al-Kaida.

Die Beobachtungsstelle berichtete auch in der Nacht von vereinzelten Gefechten. Regimekräfte hätten Rebellengebiete in der nordwestlichen Provinz Idlib beschossen. In der Stadt Kuneitra an der Grenze zu Israel habe es anhaltende Schusswechsel zwischen Regierungseinheiten und Aufständischen gegeben.

Im umkämpften Aleppo ist laut Augenzeugen 24 Stunden lang kein Schuss gefallen. Auf dringend benötigte Hilfslieferungen warten die Bewohner allerdings noch – zwei Lkw-Konvois mit Lebensmitteln für Aleppo steckten den UN zufolge fest. Viele sind trotzdem erleichtert.

Om Fatima, Aleppo:

“Wir sind glücklich und entspannt. Mit Flugzeugen über uns – wie sollten wir da das Opferfest feiern? Mit den Flugzeugen gibt es keine Sicherheit. Jeder hat Angst.”

Das Opferfest Eid al-Adha vom 12. bis 15. September ist das höchste islamische Fest.

Insgesamt sind geschätzt rund 250.000 Menschen in Aleppo seit Monaten ohne Versorgung, weil ihre von Rebellen gehaltenen Stadtviertel von Regierungstruppen belagert werden.

Bei der nordsyrischen Stadt, an der strategisch wichtigen “Castello Road” sind auf einem Video des russischen Verteidigungsministeriums vom Dienstag Schüsse zu hören – vermutlich deshalb kamen bisher keine Hilfslieferungen durch.

Rund 20 Lastwagen mit Hilfsgütern haben nach Medienberichten (“Reuters”) die türkische Grenze bei Cilvegözü Richtung Syrien überquert. Die Jugendorganisation der türkischen Regierungspartei AKP verteilte Hilfsgüter in der nordsyrischen Stadt Dscharabulus.

Die UN-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA) will Hilfslieferungen wieder aufnehmen, wenn sie Sicherheitsgarantien hat.

SIEBEN TAGE WAFFENRUHEODER LÄNGER?

Die von Russland und den USA ausgehandelte Feuerpause soll für alle Kräfte gelten, die nicht von den Vereinten Nationen als Terroristen eingestuft werden. Die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) ist explizit von der Vereinbarung ausgenommen. Die Armee von Machthaber Baschar al-Assad kündigte an, die Kämpfe gegen Rebellen zunächst sieben Tage einstellen zu wollen. Man behalte sich jedoch das Recht vor, Vergeltung für jegliche Verletzung der Waffenruhe von anderer Seite zu üben, so die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die Militärführung.

Sollte die Waffenruhe über eine Frist von sieben Tagen halten, wollen die USA und Russland zu gemeinsamen Luftangriffen auf Extremistengruppen wie den IS übergehen.

Inzwischen sprach sich Russland für eine Verlängerung der mit den USA ausgehandelten Waffenruhe um weitere zwei Tage aus. Man werde dies Washington vorschlagen, so der russische Generalstab.

su mit dpa, Reuters

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