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Wirtschafts-Nobelpreis für Vertrags-Theoretiker


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Wirtschafts-Nobelpreis für Vertrags-Theoretiker

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Ist es gut für eine Bank, wenn ein Wertpapierhändler mehr verdient als sein Vorstandschef? Warum scheuen manche Unternehmen lange Jobverluste, obwohl sie dadurch Geld verlieren? Für die Erforschung solcher – manchmal nicht mit Heller und Pfennig begründbaren Verhaltensweisen – haben der Brite Oliver Hart und Bengt Holmström aus Finnland den Nobelpreis für Wirtschaft bekommen.

Der US-Forscher Hart lehrt an der Elite-Universität Harvard, der Finne Holmström am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), ebenfalls in den USA. Ihre Forschungen seien wertvoll für das Verständnis von Vertragskonstrukten, etwa von Top-Managern, hieß es zur Begründung.

Per Strömberg, Nobel-Komitee:

“Verträge sind das wichtigste Mittel, unterschiedliche Menschen und Parteien zur Zusammenarbeit zu bekommen. Wenn Sie also wollen, dass zwei Leute oder zwei Firmen zusammenarbeiten, müssen Sie sicherstellen, dass sie in die gleiche Richtung arbeiten und dass am Ende beide zufrieden sind mit dem Ergebnis. Und darum genau geht es in der Vertragstheorie – wie kriegt man das hin.”

Die Geehrten jedenfalls sind zufrieden und nehmen die Wahl an

.

Kommentar von Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung: “Die Politik sollte sich die Arbeit von Hart und Holmström anschauen, um Boni für Banker so zu gestalten und zu beschränken, dass diese mehr im Interesse der Gesellschaft und weniger im eigenen Interesse handeln.”

Twitter-Kommentar:

Streng genommen ist die Auszeichnung in der Kategorie Wirtschaftswissenschaft gar kein echter Nobelpreis. Der Dynamiterfinder Alfred Nobel hatte nämlich in seinem Testament nur bestimmt, dass Preise in Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden vergeben werden sollen. Den Wirtschaftspreis stiftete die schwedische Reichsbank in Erinnerung an Nobel nachträglich 1968. Überreicht wird der Wirtschaftspreis gemeinsam mit den anderen Nobelpreisen am 10. Dezember, Nobels Todestag.

su mit Reuters

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