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Copernicus: Eine Fundgrube für einfallsreiche Unternehmer


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Copernicus: Eine Fundgrube für einfallsreiche Unternehmer

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Das Copernicus-Programm der EU

  • Copernicus ist ein Programm der Europäischen Union für Erdbeobachtung und Dienstleistungen der Geoinformation. Es stellt der Öffentlichkeit kostenlos Daten über die Veränderungen unseres Planeten und des Klimas zur Verfügung. Diese werden durch Satelliten, Bodenmessstationen und Sensoren in Luft und Wasser gewonnen.
  • Die Daten dienen vor allem Behörden und politischen Entscheidungsträgern, um Europas Bürger besser vor Natur- und humanitären Katastrophen zu schützen.
  • Die EU-Kommission rechnet mit einem wirtschaftlichen Nutzen aus dem Programm von rund neun Mrd. Euro für den Zeitraum 2014 – 2020 und von etwa 30 Mrd. Euro bis 2030. Für die Entwicklungskosten und Finanzierung der Copernicus-Dienste hat sie 4,3 Mrd. Euro für 2014 – 2020 veranschlagt, die ESA soll in diesem Zeitraum ca. 1,7 Mrd. Euro bereitstellen.
  • Nach Schätzungen der Kommission wurden über 15.000 neue Stellen dank Copernicus geschaffen. Den Nutzen des Programms für den Öl- und Gas-Sektor beziffert sie bis 2020 auf über 300 Mio. Euro.

Mehr dazu:

Copernicus, das Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union, liefert präzise Daten und Informationen über Veränderungen auf unserem Planeten und über den Klimawandel, die öffentlich und kostenlos abgerufen werden können. Maßgeblich ist es für Politiker und Behörden gedacht, um die Bürger besser vor Natur- und humanitären Katastrophen zu schützen. Doch manch einfallsreicher Unternehmer macht daraus eine clevere Geschäftsidee.

Ivo Visser, Risiko-Analyst beim Netzbetreiber Stedin in den Niederlanden, kennt das Problem: “In unserem Land bewegt sich der Boden wegen der Lage unter dem Meeresspiegel sehr stark. Das bereitet Schwierigkeiten für unsere Gas-Pipelines.”

Die Antwort auf das Problem hat die Firma Skygeo von Pieter Bas Leezenberg in Delft, nicht weit von Rotterdam. Sie erstellt Karten, die das potenzielle Risiko der Bodenabsenkung für das Gas- und Stromnetz zeigen. Sie nutzt dafür die Bilder der Copernicus-Satelliten. “Wir machen hier eine Karte, die zeigt, wie schnell die Straßen und Häuser in Rotterdam absacken. Die Farbe der Punkte auf der Karte zeigt für jeden Standort, wie schnell er absackt”, erläutert Leezenberg.

Eine millimetergenaue Innovation, die im übrigen die Überwachungsmethode für das Gasnetz veränderte, erzählt Leezenberg: “Bevor wir auf dem Plan traten, konnte der Netzbetreiber Stedin ein Problem an einer seiner Gasleitungen wegen Bodenabsenkung nur feststellen, indem er zwei Leute mit dem Auto rausschickte, die haben ein Loch gegraben und in das Loch geschaut.”

Die neue Anwendung wird auch in anderen Sektoren genutzt: beim Erdöl, im Bergbau und bei Eisenbahn und Staudämmen. Der Markt boomt: Leezenberg hat weltweit 200 Kunden und erwartet, seinen Umsatz im nächsten Jahr zu verdreifachen. Er hat schon Filialen in Houston und San Francisco eröffnet: “Copernicus sammelt laufend Bilder von großen Teilen der Welt. Das ermöglicht uns, unser Produkt so gut wie überall anzubieten.”

Der Nutzen für Stedin ist laut Visser nicht zu vernachlässigen: “Wir wissen durch die Daten, wie der Boden sich bewegt, und können unsere Wartung besser planen. Unser Netz wird sicherer, und in machen Fällen sparen wir bis zu neunzig Prozent Kosten.”

Die Beobachtung der Erde durch das Copernicus-Programm schlägt sich also auch in der Geschäftswelt nieder. Die Europäische Kommission schätzt, dass rund 15.000 neue Jobs pro Jahr dadurch geschaffen werden können – ein Wachstumsmotor für die Zukunft.

Welchen Ratschlag Visser denen gibt, die solche Projekte entwickeln wollen?
“Gemeinsam an passgenauen Lösungen für ein Problem zu arbeiten. So haben wir es auch gemacht.”

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