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Mossul: Bislang über 5000 Geflohene, UNICEF erwartet 50 Prozent Kinder


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Mossul: Bislang über 5000 Geflohene, UNICEF erwartet 50 Prozent Kinder

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Gut eine Woche nach Beginn der Offensive auf die nordirakische IS-Hochburg Mossul sind nach Zählungen der Vereinten Nationen über 5000 Menschen aus der Stadt geflohen. Die Internationale Organisation für Migration sprach schon am Donnerstag von rund 5600 Personen.

Bislang waren es meist einzelne Gruppen oder Familien, die sich an IS-Checkpoints vorbei und über möglicherweise vermintes Gelände wagten. Sie wurden von den vorrückenden Kräften in Auffanglager gebracht.

Als Grund für die Flucht nannte eine neunfache Mutter aus dem Dorf Jazeera bei Mossul Versorgungsschwierigkeiten: “Wir waren hier am sterben. Es gab kein Wasser. […] Mein Mann sagte mir, zu meinen Eltern zu gehen, sie würden dann nachkommen. Und es sind noch viele Familien da. Menschen sterben noch immer. Als die IS-Leute weg waren, haben überall Menschen begonnen, zu gehen.”

Die meisten Geflohenen werden laut dem Kinderhilfswerk UNICEF bislang ins Al-Hood-Aufnahmelager in Qayyara gebracht. Die Kleinstadt 30 Kilometer südlich von Mossul ist seit August zurückerobert und nun ein Ausgangspunkt für die Offensive. Einige Hundert kamen demnach in das Debaga-Camp. Das Flüchtlingslager 40 Kilometer südlich der kurdischen Stadt Erbil, ist schon seit Jahren Anlaufpunkt für Geflohene und Vertriebene.

“Die Vereinten Nationen schätzen, dass zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Menschen von der aktuellen Situation in Mossul betroffen sind. Wir von UNICEF rechnen damit, dass mindestens die Hälfte davon Kinder sind”, so Geert Cappelaere, Regionalmanager von UNICEF.

Insgesamt erwarten die Vereinten Nationen, dass bis zu eine Million der Bewohner aus Mossul und umliegenden Gemeinden fliehen könnten. Hilfsorganisationen befürchten auch viele zivile Opfer und Verletzte durch die Kämpfen oder etwa Giftgaseinsätzen durch die IS-Dschihadisten.

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